ASB-Wünschewagen Allgäu / Schwaben

Jede Fahrt mit dem Wünschewagen Allgäu/Schwaben ist etwas ganz Besonderes. Hier erhalten Sie einen kleinen Einblick, welche letzte Wünsche wir bereits erfüllt haben.

Unsere bereits erfüllten Herzenswünsche

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Einmal an den Rheinfall…

Das dachte sich Werner oft, wenn er nach dem Familienurlaub in Südfrankreich mit seiner Frau an Schaffhausen vorbeifuhr. Einmal sehen, wie die gewaltigen Wassermassen nach unten stürzen; einmal das Tosen des Wassers in den Ohren haben und einmal die feuchte Luft auf der Haut spüren. Doch irgendwie hatte es doch nie geklappt. 

 

Durch das Spezialisierte Ambulante Palliative Versorgungs Team Kaufbeuren (SAPV), das zu Werner und seiner Frau nachhause kommt, um sie in der speziellen palliativen Versorgung und in medizinischen Fragen zu unterstützen, erfuhr das Ehepaar vom Wünschewagen. Die geplante Reise nach Sizilien funktionierte durch die schwere Erkrankung von Werner leider nicht mehr. Aber der Besuch des langersehnten Rheinfalls, sollte mit Hilfe des Wünschewagens umsetzbar sein. Dank der unkomplizierten und schnellen Zusammenarbeit mit dem SAPV Team, waren die nötigen Unterlagen schnell zusammen, sodass der Wunsch zeitnah umgesetzt werden konnte. Schon paar Tage später sollte es für Werner, seine Frau und natürlich dem Familienhund Melli losgehen. Bei strahlendem Sonnenschein machten sich die drei Wunscherfüller*innen Marianne, Susi und Rudi um 6 Uhr morgens auf den Weg und holten die Familie ab. Das Ehepaar war schon startklar: die Ehefrau erwartete uns bereits auf der Straße und er saß gespannt und etwas aufgeregt im Rollstuhl in der Wohnung. Nach dem Transfer auf die Liege des Wünschewagens, den nur die Ehefrau vornehmen durfte, ging es los. Die Hündin Melli rollte sich auf der Decke hinten im Wünschewagen zusammen, als ob sie schon öfters damit gefahren sei. Auch wenn die Ehefrau meinte, man solle bisschen vorsichtig sein und sie nicht unbedingt streicheln, schien der Hund die besondere Atmosphäre im Wünschewagen zu spüren. Vertrauensvoll legte er die Schnauze auf Mariannes Knie und ließ sich sogar von ihr streicheln.  Nach einer unkomplizierten Fahrt entlang am wunderschönen Bodensee kamen alle pünktlich zur Mittagszeit und guter Stimmung in Schaffhausen an. Für die kleine Gruppe waren bereits im Vorfeld Tische auf der Terrasse reserviert worden und wie es der Zufall will, war die Geschäftsführerin des Restaurants nicht nur eine gebürtige Kaufbeurerin sondern auch einer ehemaligen Schülerin unseres Wunscherfüller*innen. Nach freudigem Wiedersehen und leckerem Fischgericht (es gab sogar den Lieblingsfisch von Werner: Egli = Barsch) ging es auch schon zu einer feucht fröhlichen Bootsfahrt, von welcher aus man den Wasserfall, aber auch die heimischen Fische, von ganz nah betrachten konnte.  Bewundernswert war hier auch die Wahrnehmung der Reedereiangestellten: sie brachten für den Fahrgast sofort einen Sonnenschirm, damit er nicht in der prallen Sonne warten musste, verstauten den Rollstuhl sehr fachmännisch auf dem Boot, ließen das Team ganz nach vorne und schenkten ihm zum Abschied sogar noch eine Mütze. Aber erst wurde die 15-minütige Fahrt genossen! Ganz nah am Wasserfall konnte Werner die Kraft des Wassers besonders gut mit allen Sinnen aufnehmen. Was für ein Naturschauspiel, bei dem alle auch etwas nass wurden. Melli, die Familienhündin, wäre am liebsten ins kühle Nass gesprungen, doch wir konnten sie noch rechtzeitig davon abhalten.

Das Team hätte sogar noch einmal mit dem Boot umsonst fahren können, aber der Tag richtet sich immer nach dem Fahrgast, und der hatte jetzt Hunger auf ein Eis! Und so zog die kleine Gruppe wieder in das Restaurant, in dem sie mittags schon so lecker (und kostengünstig) hatten essen dürfen, genossen das kühle Eis und stellten sich allmählich wieder auf den Heimweg ein. Und erst jetzt fiel der Ehefrau auf, dass ihr Mann deutlich weniger Schmermittel gebraucht hatte, wie an den anderen Tagen. Die Eindrücke während der Wunschfahrt haben die Schmerzen in den Hintergrund treten lassen. Bei jeder Wunschfahrt kommt der Moment, an dem man Abschied nehmen und sich wieder dem Alltag stellen muss. Aber erfüllt von vielen schönen Momenten, liebevollen Begegnungen und einem Album in der Hand, dass diesen Tag auf Fotos festhält, lässt sich der weitere Weg oft besser gehen. Und so verabschiedete das Team des Wünschewagens zuhause in Schwangau einen sehr glücklichen und dankbaren Fahrgast und diesmal durfte sogar Wunscherfüller*innen und Pallitative Care Fachkraft  Marianne den Transfer übernehmen – was für ein Vertrauensbeweis!

 

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Einen guten Freund treffen ....

Noch einmal seinen guten Freund in Italien treffen, bei einem gemeinsamen Essen Rotwein trinken und die Füße in den Gardasee halten….

 

Dies war der letzte Wunsch unseres Fahrgastes Klaus und diesen wollten wir ihm gerne erfüllen!

Und so ging es Ende Juni sehr früh am Morgen für uns drei Wunscherfüller*innen vom ASB Allgäu los. Die Mutter des Fahrgastes auf dem Weg noch schnell abgeholt, war unser Ziel eine Pflegeeinrichtung im Kreis Kaufbeuren. Dort angekommen wurden wir schon sehnsüchtig von unserem Fahrgast Klaus erwartet; er war sehr aufgeregt und freute sich sehr auf den Abend, an dem er endlich seinen guten, alten Freund wieder in die Arme schließen können werde. Die Tasche für die große Reise war gepackt und so konnte es pünktlich losgehen. Unser Ziel: Lazise am Gardasee. Die Hinfahrt versprach lang zu werden, wir hatten immerhin über 400 km vor uns; dennoch hatten wir Glück; der ‚Verkehrsgott‘ meinte es an diesem Tag doch recht gut mit uns – den Brennerpass ließen wir hinter uns, in Südtirol an Bozen und Trient auf der Autobahn weiter, so kamen wir am frühen Nachmittag des Tages in Lazise in unserem schönen Hotel in der Nähe des Gardasees an. Unser Fahrgast Klaus konnte sein Glück kaum fassen, dass er tatsächlich noch einmal italienische Luft schnuppern würde. Nach einer kurzen Verschnaufpause in unseren Hotelzimmern machten wir uns auf, die Umgebung des Hotels zu erkunden- und natürlich trieb es uns alle ans Wasser. Dies versprach ein spannender Moment zu werden als wir am Gardasee ankamen- mit dem Rollstuhl durch Kies- und Sandstrand zu fahren- doch auch diese kleine Hürde meisterten wir gemeinsam und so konnten wir einen Wunsch unseres Fahrgastes erfüllen: den Sand und das Wasser nochmal an den Füßen spüren- denn sehen konnte unser Fahrgast leider den Gardasee nicht mehr, da er aufgrund seiner Erkrankung kurze Zeit zuvor vollständig erblindet war. Aber diese erhebliche Einschränkung ließ sich unser Fahrgast nicht anmerken- als er das Wasser und den Sand zwischen den Zehen spürte war es um ihm geschehen; ein Grinsen bis über beide Ohren und ein freudiger Aufschrei bescherte uns Wunscherfüller*innenn und seiner Mutter einen wunderbaren, unvergesslichen Moment. Diesen Moment mussten wir natürlich mit der Kamera festhalten- Klaus und seine Mutter im Gardasee stehend, das Wasser und den Sand zwischen den Füßen, glücklich Arm in Arm- unbezahlbar!

Nach einer kurzen Erfrischung in einem Strandcafé ging es für uns nochmal zurück ins Hotel, da wir uns alle nochmals bei 32°C heißem italienischem purem Sonnenschein frisch machen wollten für das anstehende Abendessen.

Unser Ziel für das Abendessen: ein schönes, kleines italienisches Restaurant mit Seeblick. Klaus guter Freund hatte bereits einen Tisch für uns alle reserviert und so fuhren wir mit unserem Wünschewagen direkt an die Seepromenade. Dort wartete bereits voller Vorfreude der italienische Freund um seinen Freund Klaus in die Arme zu schließen- eine über 28-jährige Freundschaft verbindet die Beiden. Nach einer ausgiebigen Umarmung und plaudernd über die gemeinsamen Zeiten, ging es danach ans Studieren der Speisekarte- was würde unser Fahrgast wohl Essen wollen? Er entschied sich, so wie der Großteil der Gruppe für die Spezialität des Hauses: hausgemachte Spaghetti Carbonara und: natürlich der Rotwein dazu- dieser durfte für unseren lieben Fahrgast nicht fehlen! Der Abend versprach unterhaltsam zu werden. Unser Fahrgast Klaus und seine Begleitung sprachen mit ihrem italienischen Freund über die guten alten Zeiten, erzählten Geschichte und gemeinsame Erlebnisse von früher. Es war wunderschön, unseren Fahrgast so glücklich und entspannt zu sehen. Er genoss diesen Abend mit seinen Liebsten um sich in vollen Zügen.

Leider ging der Abend viel zu schnell vorüber und der Abschied stand zeitnah bevor.  Aber auch unserem Fahrgast sahen wir an, dass langsam die Kräfte nachließen. Gemeinsam gingen wir noch zu unserem Wünschewagen, der an einem naheliegenden Parkplatz stand. Mit letzter Kraft konnte Klaus aus seinem Rollstuhl nochmal aufstehen; er wollte seinen italienischen Freund im Stehen verabschieden- es folgte eine lange, freundschaftliche, innige Umarmung und diese sicherlich auch in dem Bewusstsein, dass die Beiden sich wahrscheinlich nie wieder sehen werden. Wir Wunscherfüller*innen erleben dies auch immer wieder bei unseren Wunschfahrten- dieser eine Moment, an dem wir den einkehrenden, inneren Frieden des Fahrgastes sehen können und vor allem spüren- dies war er!

Nach einer kurzen Nacht im Hotel und einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns wieder auf die Heimreise bei einem weiteren sonnigen italienischen Sommertag bei weiter über 30° Celsius. Aber natürlich nicht ohne noch einen Stopp in einem der italienischen Supermärkte einzulegen, um u.a. Prosciutto di Parma einzukaufen. Die Kühlbox vollgepackt ging es los Richtung Heimat; mit wunderschönem Ausblick am Gardasee entlang ging es zurück auf die Autobahn. In Südtirol bei Bozen ließen wir es uns nicht nehmen noch einen letzten Wunsch unseres Fahrgastes Klaus zu erfüllen. Und so fuhren wir noch in ein wunderschön am Waldrand gelegenes Restaurant, um eine original italienische Pizza zu Essen- es sollte eine Pizza Margarita mit extra viel Knoblauch werden!

Frisch gestärkt ging es dann weiter auf dem Brennerpass zurück Richtung Heimat, wo wir am Abend zu später Stunde ankamen. Glückselig von den beiden erlebten Tagen in Italien, den wunderbaren Eindrücken und Erlebnissen, aber auch sichtlich müde und kräftegemindert verabschiedeten wir Wunscherfüller*innen uns von unserem Fahrgast Klaus und übergaben ihn wieder den Kollegen der Pflegeinrichtung.

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Hochzeitsfeier ....

Sandra und unser Fahrgast Marie haben vor einem Jahr geheiratet. Leider war das während einer Coronawelle, weshalb hier auf viele Gäste verzichtet werden musste. Da Marie aber immer schon eine Frau war, die Gesellschaft liebt, musste das auf jeden Fall nachgeholt werden. Und dies konnte nun endlich durch den Wünschewagen ermöglicht werden.

Als wir Marie gegen Mittag auf der Palliativstation abholen, begrüßte sie uns mit einem Augenzwinkern und den Worten: "Na, seid ihr fit?". Das waren wir, und Marie war bereit dazu, ihren ganz besonderen Tag zu erleben.
Als wir bei der Location ankamen, war bereits alles vorbereitet, die ersten Gäste da und ihre Ehefrau begrüßte Marie liebevoll. Gefeiert wurde draußen, es waren Pavillons aufgestellt und mit blau/weißen Luftballons dekoriert - passend zum Wünschewagen.
Nachdem das Thermometer die letzten Tage zuverlässig an der 35-Grad-Marke gekratzt hatte, waren alle, inklusive Ehepaar, über die Bewölkung und den Wind ein wenig überrascht. Dem Frieren konnte jedoch mit Heizdecke und Mütze für Marie abgetan werden, während unser Wünschewagen kurzfristig als Windschutz umfunktioniert wurde.
Nach und nach trudelten immer mehr Freunde und Verwandte ein, höchste Zeit für Kaffee und Kuchen, was sich alle schmecken ließen. Später verwöhnten sich alle mit Grillgut und leckeren Salaten.
Nach dem Essen wurde die Stimmung deutlich lockerer, als Marie sich selbst zum DJ ernannte, die Boxen aufdrehte und ihre Lieblingssongs abspielte. Ab diesem Zeitpunkt wurde ausgelassen gefeiert und getanzt. Marie thronte hierbei im Rollstuhl mittendrin und feierte am kräftigsten.
Augenscheinlich rührende, persönliche Gespräche zwischen Marie und einzelnen Gästen mit der ein oder anderen mehr oder weniger verdrückten Träne kamen hierbei auch nicht zu kurz.
Marie machte dem Begriff als Powerfrau, wie sie von vielen Gästen beschrieben wurde, alle Ehre und hielt bis nachts auf ihrem Fest durch.
Nach vielen rührseligen Verabschiedungen brachten wir Marie zurück auf die Palliativstation, wo sie müde aber glücklich ins Bett fiel. So wie wir Wunscherfüller später zuhause ebenso.

 

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Noch einmal wie früher ins Lechtal…

Früher ist Frau K. oft mit ihrem Mann, den beiden Schwägerinnen und deren Ehemännern und Kindern im Lechtal gewesen, teilweise fast jedes Wochenende. Über 7 Jahre hinweg besaßen die drei Familien sogar ein gemeinsames Ferienhaus im Lechtal, das als Ausgangspunkt für schöne Wanderungen diente.

Mittlerweile ist die 71-Jährige seit etwa 10 Jahren Witwe und lebt seit 2-3 Jahren mit der Diagnose ALS. Durch ihre Erkrankung ist sie nicht mehr in der Lage zu schlucken, kann sich kaum bewegen (lediglich mit Unterstützung kann sie kurz stehen und zwei Schritte beispielsweise zur Toilette tippeln). Sie hat aber noch eine gute Kopfkontrolle, atmet selbständig und schafft es, einzelne Worte undeutlich hervorzupressen. 

Sie lebt in einem der Donau-Ries Seniorenheime in Rain am Lech und wird dort auch von einem SAPV-Team versorgt. Durch das Team wurden sie und die Schwägerin Julie auf den Wünschewagen aufmerksam. Es wurden Frau K. Vorschläge unterbreitet, wo man denn hinfahren könne, doch nichts schien sie zu begeistern bis ihr selbst einfiel, dass sie gerne noch einmal ins Lechtal möchte. 
 

Im Juli  war es dann soweit. Um kurz nach 8 Uhr fuhren wir vor dem Seniorenheim vor, um Frau K. abzuholen. Sie saß bereits in ihrem Pflegerollstuhl, strahlte uns an und bestätigte kopfnickend, dass sie sich sehr auf den Ausflug freut. Unten am Wünschewagen stellte sie uns unfreiwillig vor ein kleines Problem: normalerweise sitzt sie den ganzen Tag im Rollstuhl und sie ist davon ausgegangen, dass wir sie sitzend transportieren würden. Sich auf die Trage legen lassen wollte sie nicht! Gar nicht. Nein. Kopfschütteln. Also versuchten wir zu dritt, unseren Fahrgast in den Wünschewagen zu hieven. Aber sie schaffte nur die zwei Schritte in der Ebene bis zum Trittbrett und wir mussten den Versuch abbrechen. Sie sah rasch ein, dass es nur liegend funktionieren würde und so konnte auch Schwägerin Julie im Wünschewagen auf dem freien Sitzplatz mitfahren.

Unterwegs erzählte mir Julie die Lebensgeschichte ihrer Schwägerin und dass sie im Lechtal u.a. Freundschaft mit zwei Tirolerinnen geschlossen hätte, die früher regelmäßig besucht wurden und mit denen der Kontakt nach Ausbruch der ALS telefonisch aufrechterhalten worden war, bis schließlich Frau K. die Fähigkeit zu sprechen weitestgehend verloren gegangen ist. Diese beiden Damen wollten wir besuchen. 
 

Die Fahrt verlief problemlos, ein Stopp wurde eingelegt, um unseren Fahrgast umzulagern und um die Sondenkost zu wechseln.

In Stanzach besuchten wir erst die eine Freundin. Diese umarmte Frau K. herzlich, Tränen der Wiedersehensfreude flossen bei beiden Frauen und es wurde Frau K. ein selbstgebasteltes Armkettchen über das Handgelenk gestreift.

Julies Ehemann und deren zwei erwachsene Töchter waren dem Wünschewagen im Privat-PKW gefolgt. Sie hatten einen Tisch in einem Ausflugsrestaurant nahe des Lechs reserviert. Dort durfte Frau K. wieder in ihren Rollstuhl umsteigen. Wir platzierten sie am Tisch so, dass sie einen herrlichen Blick auf das Bergpanorama und das davor liegende Tal hatte. Es störte sie überhaupt nicht, uns allen beim Essen zuzusehen. Sie lauschte den Erzählungen über aktuelle Begebenheiten in ihrer Verwandtschaft und es wurde an Geschichten von früher und an Familien-Anekdoten erinnert.

Nach dem Essen brachten wir die Dame nach Elmen zu ihrer zweiten Verabredung. Auch hier ein herzlicher Empfang. Frau K. durfte im Rollstuhl im Garten sitzen, streckte ihr Gesicht in die Sonne (Sonnenbrille war vom Seniorenheim mitgegeben worden ebenso die Sonnencreme) während wir drei Wunscherfüller es uns ums Eck des Hauses im Schatten gemütlich machten. Die Freundin brachte auch uns selbstgebackenen Johannisbeerkuchen, Wasser, Limo und Kaffee. Nach etwa einer Dreiviertelstunde kam der Schwager zu uns, Frau K. hatte wohl eben den Wunsch geäußert, das Grab ihres Mannes besuchen zu wollen. Das Grab in Tierhaupten liegt direkt auf dem Heimweg. Kein Umweg nötig, aber ein Zwischenstopp und erneutes Umlagern. Auch wenn das für die immobile Frau K. eine weitere Anstrengung bedeuten würde, wollten wir ihr diesen einen kleinen Wunsch noch erfüllen.

 

Auf der Heimfahrt fielen unserem Fahrgast zwar immer mal wieder die Augen kurz zu, aber sie riss sie auch immer wieder gleich auf. Ich meinte, dass sie doch ein bisschen dösen könne, das beantwortete sie mit einem Kopfschütteln und einem strahlenden Lächeln.

 

Nach dem Besuch auf dem Friedhof brachten wir Frau K. auf ihr Zimmer im Seniorenheim. Leider hatten uns die Rosen die Wärme des Tages trotz Nachfüllen des Wassers übelgenommen, sodass wir unserem Fahrgast zum Abschied lediglich das Fotoalbum überreichen konnten. Carmen blätterte es mit ihr durch und die mittlerweile ziemlich erschöpfte Dame lächelte immer noch.  Ihre Schwägerin und der Schwager waren bis jetzt mit dabei, um ihr eine gute Nacht zu wünschen.

 

Zu fünft verließen wir das Zimmer und das Heim. Das Ehepaar war sichtlich gerührt und versicherte uns, dass wir ihre Verwandte sehr glücklich gemacht haben.

Wir traten mehr als zufrieden den Heimweg an und erreichten gegen 22 Uhr die Garage des Wünschewagens, Julies abschließende Worten uns drei noch in den Ohren: „So einen schönen Ausflug hätten wir alleine ohne den Wünschewagen nicht machen können.“

 

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Zur Hochzeit vom Sohn ....

Manchmal beginnen Wunschfahrten schon sehr, sehr früh! So auch diese, bei der sich der Fahrgast gewünscht hatte, bei der Hochzeit des Sohnes dabei sein zu können. Da es sich hierbei nicht unbedingt um eine Kurzstrecke handelte, standen wir schon in der Früh um 6 Uhr bei Frau A. vor der Tür. Trotz der frühen Uhrzeit war sie bereits fertig gerichtet, dadurch schon leicht erschöpft und vor allem aber auch nervös – wie es sich für eine Mutter des Bräutigams gehört. Da wir aber gut in der Zeit waren, konnten wir ihr die Aufregung ein bisschen nehmen und ganz in Ruhe die letzten Sachen einpacken. Nachdem ihre Schwester eingetroffen war, konnten wir dann starten, denn sie sollte die lange Fahrt an den Bodensee begleiten.

 

Direkt vor dem Standesamt parkend, wurden wir sehr herzlich vom Sohn des Fahrgastes empfangen. Im Standesamt, mit tollem Blick auf den Bodensee, ging dann alles ziemlich zügig von statten. Und doch hatte man das Gefühl, die Zeit bliebe für einige Minuten stehen. Der Raum war gefüllt mit glücklichen Gesichtern, liebevollen Blicken und voller überkochender Emotionen. Die Anwesenden strahlten solche Glücksgefühle aus, dass kurzzeitig alles vergessen schien und Normalität eintreten sollte. Es war einfach schön. Im Anschluss der Zeremonie strömten alle nach draußen und unser Fahrgast umarmte sehr herzlich ihrem Sohn – manchmal sagen Gesten und Berührungen mehr als 1000 Worte. Beide gingen gemeinsam Arm in Arm zum See und genossen die glücklichen Momente unter vielen Freudentränen. Da wir eine lange Sauerstoffleitung hatten, konnten sie auch diesen intimen Moment ganz ungestört auskosten. Als die Braut dazu kam, wurde sie herzlich mit den Worten: “Ich habe mir schon immer eine Tochter gewünscht, jetzt habe ich eine!“ mit einbezogen. Dieser Moment gehörte unserem Fahrgast ganz alleine mit dem frisch vermählten Brautpaar. In der Zwischenzeit hatte die Gesellschaft auf der Wiese einen Sektempfang aufgebaut, zu dem auch wir herzlich eingeladen worden sind. So konnten wir der sehr emotionalen Rede des Brautvaters zuhören. Zum Glück hatten wir vorsichtshalber unseren Pflegerollstuhl mitgenommen, denn den brauchte unser Fahrgast jetzt doch immer öfters, um kurz durchschnaufen zu können. Da kam die Fahrt im Wünschewagen zu der Lokalität der Feier ganz recht. Immerhin eine ¾ Stunde Zeit, um die ersten Eindrücke sacken zu lassen und bisschen Kraft für die Feier zu sammeln. So schmeckte ihr dann sogar etwas Salat und vor allem der Nachtisch 😊. Aber dann merkte man ihr plötzlich den Trubel und die Anstrengung an, sodass wir uns mit ihr im Pflegerollstuhl etwas entfernten. In der Ruhe äußerte sie den Wunsch, dass sie mit ihrem Sohn gerne an den Steg gehen würde. Und als ob er es gehört hätte, stand er plötzlich bei uns, sodass wir gleich starteten. Ein inniger Moment zwischen Mutter und Sohn, der ihr sicher auf dem vor ihren liegenden Weg viel Kraft geben würde und der ihr niemand mehr nehmen können würde.

 

Aber irgendwann kommt immer der Punkt des Abschiednehmens und die Zeit der Heimfahrt.

 

Nach sehr liebevollen und äußerst dankbaren Worten an alle verabschiedete sich ihr Sohn von uns. Er und seine Frau begleiteten uns noch zum Fahrzeug. Es war für alle ein unbeschreiblich schöner Moment, den ich gar nicht in Worte fassen kann. Auf der Heimfahrt wurden nochmal alle Kraftreserven gesammelt, denn unser Fahrgast wollte auf keinen Fall ihre Contenance verlieren. Zu Hause angekommen, war sie sehr glücklich über den Tag. Sie sagte zu uns: “Ich möchte gerne in Worte fassen, wie glücklich ich gerade bin. Aber es gibt keine Worte, die

meine unglaublichen Glücksgefühle beschreiben könnten.” Nun doch sehr erschöpft,

begleiteten wir sie zu ihrem Sofa, verabschieden uns und überreichen ihr unser kleines Fotoalbum. Auch die Fotografin ist von der Feier zwischenzeitlich heimlich zum Drogeriemarkt gefahren und hat erste Bilder entwickeln lassen. Für das Brautpaar als Zusatz ihres Geschenkes und für unseren Fahrgast als Erinnerung ein kleines Fotoalbum. Sogar an uns Wunscherfüller*innen hatte sie gedacht.

 

Am Ende einer Wunschfahrt geht einem der vergangene Tag noch oft durch den Kopf. Hatte man an alles gedacht? Ist der Wunsch Wirklichkeit geworden?  Wie geht es dem Fahrgast jetzt? Hätte man was besser machen können? Am Ende dieses Tages konnten wir mit vollster Zufriedenheit sagen: Ja, wir konnten unserem Fahrgast seinen letzten Wunsch erfüllen und durften ihn während einem sehr schönen und harmonischen Tag begleiten! Danke!

 

 

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Einmal im Leben auf der Zugspitze gewesen sein….

Einmal im Leben vom höchsten Berg Deutschlands seinen Blick in die Ferne schweifen lassen, ist ein Wunsch, den sicher viele von uns haben. Und wenn die Zeit drängt, sollte man damit nicht mehr zu lange warten. So machte sich das Team vom Wünschewagen Allgäu/Schwaben auf, den Traum von Frau B., die mit 56 Jahren bereits im Hospiz lebt zu erfüllen.

Als wir im Hospiz ankamen, wartete unser Fahrgast zusammen mit der Tochter bereits auf uns. Die Fahrt nach Garmisch verlief problemlos, aber dann steckten wir in einem riesigen Stau. Der G7 Gipfel auf Schloss Elmau hinterließ seine Spuren in dem kleinen Ort, sodass wir eine Stunde später als gedacht an der Zugspitzbahn ankamen.

Und ab da staunten wir über die Freundlichkeit, das Zuvorkommen und die Herzlichkeit der Zugspitzmitarbeiter, die unserem Fahrgast jeden Wunsch von den Augen abgelesen haben. So sorgten sie dafür, dass wir gleich die erste Bahn nach unserem Eintreffen nehmen durften. Mutter und Tochter genossen die Fahrt auf den Gipfel sehr und bestaunten den Eibsee, der mit jeder Minute der Gondelfahrt immer kleiner und kleiner wurde. Ganz im Gegensatz zu zwei unserer Wunscherfüller*innen, die etwas angespannt in der Gondel standen und sich drauf konzentrieren mussten, eben nicht nach unten zu schauen, und die froh waren, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Oben angekommen nahm uns ein Mitarbeiter namens Nuno in Empfang, der es sich nicht nehmen ließ, uns auf die Plattform zu geleiten. Leider war die Aussicht nicht, wie es sich Frau B. vorgestellt hatte. Nebelschwaben zogen um das Gipfelkreuz, dessen Anblick dadurch fast mystisch wurde. Die Tochter ist das letzte Stück zum Gipfelkreuz auch hoch, während ihre Mutter immer wieder beteuerte, wie glücklich sie sei, endlich auf dem Berg ihrer Träume zu sein. Höhenluft macht hungrig, auch wenn man schwer krank ist und sonst nur kleine Portionen essen kann. Und so sind wir in das Gipfelrestaurant eingekehrt, in dem für uns ein Tisch reserviert worden war.

Auch hier wurden wir vom Personal mit offenen Armen empfangen. Und als die Chefin erfuhr, dass Frau B. Kaiserschmarrn so liebt, stellte sie einen großen Teller mit wunderbar lecker riechendem Kaiserschmarrn auf Kosten des Hauses auf den Tisch. Bei dem Gedanken daran läuft mir jetzt noch die Spucke im Mund zusammen.

Und plötzlich stand Nuno bei uns am Tisch. Er war extra zum Gipfelkreuz gelaufen, um unserem Fahrgast einen Stein vom Gipfel zu holen. Wie leuchteten die Augen von Frau B. als sie ihn entgegennahm und wie einen kleinen Schatz hütete. Auch wenn sich alle um unseren Fahrgast sehr bemühten, konnte man ihre Krankheit auch an so einem Tag nicht leugnen, und so wurden ihre Schmerzen allmählich wieder stärker. So entschlossen wir uns nach einer Gabe Bedarfsmedikation allmählich die Rückfahrt anzutreten.

An sich wollten wir unten noch einen kleinen Abstecher zum Eibsee machen, den sie vorher aus der Vogelperspektive bewundert hatte, aber leider gab es keinen direkten Seezugang. Dennoch genoss Frau B. den Anblick, schloss für einige Momente die Augen, lächelte entspannt und sog jeden Moment tief in sich auf. Sie hatte schon den ganzen Tag über betont, wie sehr sie es genießen würde: die Fahrt, die Berge, die Natur – einfach alles.

Auf der Rückfahrt, die diesmal zum Glück ohne Stau verlief, machten Mutter und Tochter ein Nickerchen. Wovon die Mutter wohl träumte? Vom Gipfelkreuz, vom Anblick des Eibsees von oben oder vom Kaiserschmarrn? Vielleicht von allem drei!

Zum Schluss bleibt uns nur zu sagen: Danke! Danke, dass wir diesen Tag von Frau B. und ihrer Tochter begleiten durften! Danke, dass es für die beiden ein wunderschöner und harmonischer Tag war! Danke an das gesamte Team der Zugspitze, das umwerfend war.

Und wenn ich an den herzlichen Abschied von uns denke, haben Mutter und Tochter dies genauso empfunden!

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Noch einmal nach Hause ....

Mitte Juni durften wir einen Wunsch erfüllen, bei dem wieder deutlich wurde, dass gerade die kleinen Wünsche oft die ganz großen sind. Unser Fahrgast aus dem Hospiz Wangen wollte noch einmal nach Hause in den Kreis seiner Familie! Als unser Wünschewagen im Hospiz ankam, war unser Fahrgast noch nicht ganz fertig. Sobald er uns aber gesehen hatte, konnte es ihm nicht schnell genug. Er entsorgte als erstes gleich mal seine Sauerstoffbrille und wollte diese an sich auch gar nicht mitnehmen. Es musste noch seine Bedarfsmedikation für den Tag mitgenommen werden und dann konnten wir eigentlich starten.

Aber so einfach war das nicht! Er wollte sich auf gar keinen Fall auf die Trage legen und schon gar nicht so angeschnallt werden. „Das muss doch auch mit dem Rollstuhl gehen“, war seine Äußerung. Nach gutem Zureden ließ er sich dann doch letztendlich umstimmen. Aber nur wenn sein Rollstuhl auch mitgenommen werden würde – und natürlich musste dieser auch sicher angeschnallt und gesichert werden. Dann ging es los Richtung Heimat! Weit mussten wir nicht fahren, denn nach 20 km waren wir schon am Ziel. Dort erwartete uns schon die ganze Familie und was war das Thema? Das Anschnallen! Dies entwickelte sich für ihn auch als lustige Anekdote, die ihn den ganzen Tag über begleitete.

Nicht angeschnallt saßen wir dann mit der Familie zusammen beim Mittagessen und konnten deutlich spüren, wie sehr unser Fahrgast diesen Moment genoss: der Duft der Blumen im Garten, das vertraute Essen, der gute Kaffee und die anregenden Gespräche mit der Familie. Das ist das vertraute Gefühl von Heimat und das durfte er seit einem halben Jahr zum ersten Mal wieder erleben. Man konnte sehen wie unser Fahrgast zunehmend aufblühte, lebendig Geschichten von früher erzählte und von seiner Physiotherapeutin schwärmte. Immerhin hatte diese es geschafft, dass er mit Hilfe des Rollators kurze Strecken wieder laufen konnte und auch mit dem Rollstuhl alleine kurze Distanzen zurücklegen kann. Diese Selbstständigkeit war ihm extrem wichtig.

Doch irgendwann naht immer der Punkt, an dem die Zeit des Abschiednehmens kommt. Und so fuhren wir nach dem Kaffee allmählich wieder ins Hospiz zurück – „aber anschnallen nicht vergessen!“, war sein Kommentar, bei dem ein verschmitztes Lächeln über sein Gesicht huschte. Geschafft, aber überglücklich und dankbar über diesen wunderschönen Tag konnten wir den Fahrgast wieder in die Hände des Hospizes übergeben. Die für ihn noch ausgedruckten Fotos werden eine immerwährende Erinnerung an diesen für ihn unvergesslichen Tag bleiben. Und der Sauerstoff oder die Bedarfsmedikation? Beides war für ihn kein Thema an diesem Tag! Und das ist für uns Wunscherfüller*innen immer wieder aufs Neue erstaunlich und beeindruckend: welche Kräfte unsere Fahrgäste an ihrem Tag mobilisieren können!

 

 

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Noch einmal zum Grillen nach Hause…

 

Was sich auf den ersten Blick wie ein ganz normaler, oft geäußerter Wunsch anhört, war für unseren Fahrgast Anfang Juni ein ganz besonderes Anliegen! Herr G. lebt seit einiger Zeit im Hospiz in Illertissen und vermisste so sehr den Geruch von Feuer, Grillfleisch, Garten und das alles im Kreise seiner Familie. Diesen Wunsch wollten die drei Wunscherfüller*innen Marianne, Ingrid und Achim ihm unbedingt erfüllen und fuhren so mit dem Wünschewagen am ersten Juniwochenende bei strahlendem Sonnenschein beim Hospiz vor.

 

Aber konnte der Wunsch heute wirklich erfüllt werden? Herr G. ging es an diesem Tag sehr schlecht, sodass die betreuende Pflegekraft die Möglichkeit äußerte, dass Herr G. das Fahrtende evtl nicht überleben würde. Diese Information mussten die drei Wunscherfüller*innen erstmal verdauen!  Zum Glück ist Marianne eine äußerst erfahrene Palliativfachkraft, die sich selbst ein Bild vom Fahrgast machen wollte um dann gemeinsam zu entscheiden, ob die Fahrt durchgeführt werden könne oder nicht:  das Team entschied sich nach allem Für und Wider für die Durchführung der Fahrt und so ging es los.

 

Das Fahrtziel unseres Gastes lag im nur 20 km entfernten Babenhausen. Das Navi hatte eine schnellere Verbindung über die Autobahn vorgeschlagen, was zu Irritationen bei unserem Fahrgast führte, die er auch lauthals äußerte. Schließlich wurde aber dann das erste Ziel ohne Probleme erreicht: der Garten der älteren Tochter. Allerdings dauerte der Aufenthalt hier nur eine gute halbe Stunde, da es leider so gut wie keinen Schatten gab und sich im Westen aber gleichzeitig hohe Gewitterwolken anfingen zu türmen. So wurde kurzerhand entschlossen, in den Garten der jüngeren Tochter umzuziehen, in dem auch schon alles fürs Grillen vorbereitet war. Herr G. wollte die Strecke dorthin unbedingt im Rollstuhl zurücklegen, um noch paar bekannte Ecken in seinem Heimatort sehen zu können. War es das letzte Mal, dass er das alles zu Gesicht bekommen würde?

 

Gut im Garten angekommen vergewisserten sich Marianne, Ingrid und Achim über den Zustand ihres Fahrgastes, kontrollierten noch einmal den Morphinperfusor und hinterließen dann ihre Telefonnummer, um sich etwas zurückzuziehen und der Familie den nötigen Freiraum zu geben.

Nach einer ¾ Stunde meldeten sich die drei wieder beim Fahrgast, da das Wetter einfach nicht einzuschätzen war. Bereits am Vorabend hatte es heftigste Gewitter mit Starkregen in der Gegend gegeben und das wollte keiner riskieren. Sie bekamen gerade noch die zweite Hälfte des Grillens mit als Herr G. verkündete, er würde so gerne noch mit dem Rollstuhl ins „Ambiente“ – ein Café im Ort fahren. Nochmal durch den Ort? Bei diesem Himmel? Aber zum Glück ist im Wünschewagen fast alles vorhanden und so bewaffneten sich die Wunscherfüller*innen mit großen Regenschirmen, die sie auf dem Weg dorthin dann auch brauchten. Fast trocken dort angekommen, genoss die kleine Gesellschaft die unkomplizierte Atmosphäre in dem Café.

Irgendwann kommt bei fast allen Wunschfahrten der Punkt, an dem die Strapazen so einer Fahrt dem Fahrgast auch anzusehen sind. Und dieser Punkt war jetzt erreicht. Die Wunscherfüller*innen drängten einfühlsam aber doch bestimmend, dass in nächster Zeit die Rückfahrt anzutreten sei. Aber nicht bevor Herr G. noch zwei Zigaretten geraucht hatte. Was sein muss, muss sein!

Der Moment des Abschieds nahte und es wurde versucht, hierfür unter den zwei Regenschirmen irgendwie den persönlichen Freiraum zu schaffen.

 

Die Rückfahrt verlief dann ohne Probleme, der Drucker wurde angeschmissen, die

Erinnerungsfotos für den Fahrgast ausgedruckt und schließlich wurde der Herr G. wieder in die liebevollen Hände des Hospizes übergeben. Die Fahrt war gut - und der Zeitpunkt richtig gewählt. Das „Kopfkino“, das anspringt - wenn das Hospizpersonal ein mögliche Szenario beschreibt - ungewohnt für einen „fachfremden“ Wunscherfüller.

Sicherheit gab hier Mariannes und Ingrids Professionalität und das Wissen von Koordinatorin Sonja im Hintergrund.

Wenn man dann zum Abschied in die verweinten Gesichter der Angehörigen und das „lebensmüde“ aber zufriedene Gesicht des Fahrgastes sieht, weiß man, dass man alles richtig gemacht hat.

Es war ein schöner Tag.

 

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Von Oberallgäu nach Ostfriesland

Unsere Wünscherfüllerin Dunja, die als Begleitperson mitfuhr, sowie ihr Vater als Fahrgast erwarteten uns bereits vor dem Haus. Nach einem kurzen „Hallo“ bzw. „Moin, Moin“ seitens unseres Fahrgastes und dem Verladen des Gepäckes starteten wir am frühen Morgen unser Abenteuer über die Autobahnen über Würzburg, Fulda, Kassel, die Fahrt verlief trotz der zahlreichen Baustellen und aufgrund der ruhigen Verkehrslage problemlos. Nach einer kleinen Ruhepause und Erfrischung trafen wir uns zum Abendessen.

 

Am nächsten Tag stand nachmittags auf dem Programm der Besuch des Torpedofangbootes auf dem unser Fahrgast Jahrzehnte als leitender Maschinist gearbeitet hatte. Um die freie Zeit nach dem Frühstück zu nutzen, wollten wir in Papenburg die Meyer-Werft besuchen. Leider haben uns die Eintrittszeiten einen Strich durch die Rechnung gemacht. So entschieden wir uns kurzerhand die Seehundauffangstation in der Stadt NORDEN zu besuchen. Nach einem interessanten Rundgang hatten wir noch ausreichend Zeit, um einen Abstecher an den Norddeich zu machen. Da gerade die Flut stieg, nahmen Alois, Marianne, Dunja und ich eine kleine Abkühlung in der verhältnismäßig warmen Nordsee. Beim Anziehen der Socken ist mir dann ein kleines Malheur passiert. Ich bin mit dem Rücken an den Knopf der Dusche gekommen und habe das Wasser angestellt. Da ich mich in gebückter Haltung befand, reagierte ich sehr schnell und konnte somit einen längeren Aufenthalt unter der Dusche verhindern. Das auf einer nahen Parkbank sitzende Ehepaar, das den Vorfall beobachtet hatte, fragte uns: „War das die versteckte Kamera?“. Zum Glück war es an dem Tag schön warm und etwas windig und so konnte die leicht feuchte Kleidung gut trocknen. Mit der Frage von Marianne muss ich in Zukunft wohl leben, die sie mir jedes Mal stellt, wenn wir uns treffen: „Hast du heute schon geduscht?“. Nach diesem Erlebnis fuhren wir zum Hotel zurück, um das Auto abzustellen. Der Weg vom Hotel zum Treffpunkt zur Besichtigung des Schiffes war zu Fuß und mit unserem Fahrgast im Rollstuhl nur knapp 1 km entfernt. Schon aus weiter Ferne erkannte unser Fahrgast das Boot und zählte ganz aufgeregt auf, welche Funkantennen und dergleichen nicht mehr vorhanden sind. Am Boot angekommen sprang er sogleich aus dem Rollstuhl, und ehe wir uns versahen, war er auf dem Boot und entfernte eine Abdeckung, um die darunter liegende Winde zu kontrollieren. Wir begrüßten erstmal die beiden Herren von dem Museumsverein und bedankten uns, dass dieses Treffen zu Stande kam. In der Zwischenzeit war unser Fahrgast auf dem ganzen Boot unterwegs, um eine Bestandsaufnahme vorzunehmen. Selbst die beiden engen Leitern zur Kajüte und in den Maschinenraum stellten für ihn kein Problem dar. Selbstverständlich nahmen auch wir das Boot genau in Augenschein. Nach der rund 90-minütigen Inspektion startete unser Fahrgast die Maschinen und wir drehten im Hafen eine kleine Runde mit dem Boot. Jetzt war unser Fahrgast voll in seinem Element, als er den beiden Herren die Spülung des Motors erklären konnte, die diese nicht kannten. Nachdem das Boot wieder angelegt hatte und wir uns verabschiedeten, traten wir unseren Fußweg wieder zum Hotel an. Dabei legten wir in der Fußgängerzone in einer Eisdiele einen Stopp ein. Im Hotel dann angekommen, gönnten wir unserem Fahrgast und uns eine Ruhepause, denn das Wetter war an diesem Tag sehr sonnig und warm. Zum Abendessen trafen wir uns wieder vor dem Hotel. Dunja hatte im an das Hotel anschließenden Restaurant „Syrtaki“ für uns Plätze reserviert. Dort verbrachten wir wieder einen vergnügten Abend. Mit vorgerückter Stunde merkte man unserem Fahrgast die Strapazen des Tages an. Auch wir waren der Meinung, dass es ein anstrengender, aber sehr schöner Tag war, und begaben uns zur Bettruhe.

 

Am nächsten Tag trafen wir uns früh morgens zum Frühstück, um danach die Heimreise anzutreten. Nach einem kurzen Review der Fahrt und einer herzlichen Verabschiedung führte uns die letzte Strecke der Reise zurück nach Kaufbeuren.

 

Auch für uns Wunscherfüller war, wenn auch etwas anstrengend, Leer bzw. Ostfriesland, eine Reise wert.

 

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Noch einmal nach Hause, um sich von der Katze zu verabschieden

„Ein Leben ohne Katze ist möglich aber sinnlos“ – dieser Spruch war unserem Fahrgast auf die Seele geschrieben! Frau H., die seit kurzem im Hospiz in Leutkirch lebt, hatte noch einen letzten Wunsch: sie wollte noch einmal in ihre Wohnung, um sich von ihrem geliebten Kater Felix verabschieden zu können! So wie der Name schon sagt, hat Felix seinem Frauchen sein Leben lang Halt, Glück und jede Menge Liebe gegeben.

Obwohl Frau H. bei Ankunft der drei Wunscherfüller leider unter starker Übelkeit litt, konnte die Fahrt leicht verspätet vom Hospiz in Richtung Memmingen starten. Ihre erwachsenen Kinder erwarteten ihre Mutter schon und nahmen sie gebührend in Empfang. Nach dem Transfer in den Rollstuhl wurde Frau H. mit vereinten Kräften die paar Stufen hinauf in die Wohnung getragen, wo sie sich dann allerdings sofort ins Bett legen wollte. Nein, nicht um zu schlafen, sondern um in einer für sie bequemen Haltung den Tag in vollen Zügen genießen zu können. Leider versteckte sich der geliebte, aber vom Trubel eingeschüchterte, Kater zunächst.

Nachdem sich die Wunscherfüller überzeugt hatten, dass es ihrem Fahrgast gut ging, zogen sie sich in das Wohnzimmer der Familie zurück und wurden von den Angehörigen kulinarisch bestens versorgt. Von dort konnten sie auch gut beobachten, wie liebevoll sich die ganze Familie um Frau H. kümmerte. Es kamen ihre beste Freundin, drei Nachbarn und auch ihre beiden Enkelkinder, um sich von ihr zu verabschieden. Und endlich kam auch Felix! Katze im Bett? Für Frau H. kein Problem! Endlich durfte sie ihren geliebten Kater kraulen und verwöhnen. Wer es von den beiden mehr genossen hat, ist schwer zu sagen!

Leider nahm die Übelkeit im Laufe des Nachmittags wieder zu, sodass das Team des Wünschewagens mit der Familie gemeinsam beschloss, den Heimweg anzutreten. Die beiden Kinder waren durch den Besuch innerlich sehr bewegt und extrem dankbar, dass der Wünschewagen dies möglich gemacht hat. Und so wurde ein Wunscherfüller auch mal spontan umarmt, weil  Emotionen sich nicht immer lenken lassen.

Die Rückfahrt selbst verlief unproblematisch. Frau H. wirkte erschöpft aber auch erfüllt von dem Erlebten und schlief immer wieder ein. Im Hospiz bekam sie noch ein kleines Fotoalbum ausgedruckt, dass sie immer an diesen Tag erinnern sollte. Und uns erinnerten noch jede Menge Katzenhaare an unserer Kleidung an diese Wunschfahrt!

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Zum Musical Aladdin

Der Wunsch des Ehepaares war, noch einmal schön Essen zu gehen und das Musical Aladdin zu besuchen.
Wir starteten mittags mit dem Wünschewagen und wurden vom Fahrgast samt seiner Familie im Unterallgäu herzlich empfangen (einschließlich vom Hund). Man konnte ihnen die Vorfreude auf die bevorstehende Fahrt deutlich von den Gesichtern ablesen

Die Fahrt nach Stuttgart war sehr kurzweilig und ohne Stau. Laura hat sich als Beifahrerin auf dem Handy Musik mit Herrn und Frau Sch. angehört. Hierbei ist zu erwähnen, dass Herr Sch. Musiklehrer ist, bereits mit Volksmusik im Fernsehen aufgetreten ist, als Tontechniker tätig war und seine Frau mehrere Chöre leitet und selbst in einem mitsingt.

In Stuttgart angekommen, durften wir auf einem Parkplatz stehen, der nur ein paar Meter vom SI-Center entfernt war.
Nach kleineren Verirrungen haben wir dann auch eine Toilette gefunden und wurden von der Organisatorin zu den Restaurants gewiesen. Dort haben wir das Ehepaar dann für eine Stunde alleine gelassen (sie hatten unsere Handynummer und wir waren nur 3 Minuten entfernt)

Um 18 Uhr war dann ein Tisch für uns in der Club Lounge reserviert (ebenso in der Pause). Wir durften uns alle ein kostenloses Getränk bestellen und wurden mit Salzstängel und Erdnüssen verwöhnt. Unter anderem hat Frau G, die Organisatorin vor Ort, für die Familie ein besonderes Präsent gehabt. Es gab ein Programmheft mit den  Unterschriften von fast allen Schauspielern. Wir waren alle sehr gerührt.

Um 18.30 Uhr wurden wir dann zur Aufführung abgeholt und los ging es zum Musical.
Leider musste Frau Sch. hinter ihrem Mann sitzen, weil die Plätze daneben belegt waren. Dies konnten wir jedoch nach der Pause regeln, da das Pärchen auf Nachfrage bereitwillig den Platz getauscht hat und so konnten die zwei die zweite Hälfte gemeinsam genießen.
Auf der Heimfahrt war es dann sehr ruhig, wir haben einfach die Stimmung genossen.

Zuhause hatten die Kinder in der Zeit noch einen Schrank  im Zimmer ihres Vaters aufgebaut was eine zusätzliche Überraschung war.
Es war eine außergewöhnliche Fahrt!

Das Ehepaar hat gemeinsam 6 Söhne (Patchwork), die Jüngsten sind 15 und 12 Jahre alt.
Dadurch hatten sie auch wenig Zeit für Zweisamkeit, was diese Wunschfahrt für sie  nochmal wichtiger gemacht hat.
Zum SI-Center in Stuttgart  muss erwähnt werden, wie überaus zuvorkommend wir behandelt worden sind.

Mit einer gefühlten Selbstverständlichkeit, die eben keine ist. 

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Wunschfahrt auf die Insel Mainau ...

Wunschfahrt auf die Insel Mainau
 
Der Tag begann bereits mit einem besonderen Jubiläum unserer lieben Wunscherfüllerin Marianne. Sie hatte heute ihre 50. Wunschfahrt!!! Das wurde natürlich gebührend mit einer festlichen Dekoration, Kaffee und Kuchen und sogar einem Gläschen „alkoholfreiem Sekt“ vor der Fahrt mit dem Team gefeiert.
Um 9:00 starteten wir den Wünschewagen in Richtung in Kempten, wo wir unseren Fahrgast Frau B. und ihren Sohn Herrn Pfarrer B. treffen sollten. Vor der Pflegeeinrichtung wurden wir bereits vom Sohn mit einem strahlenden Lächeln erwartet. Diese freudige Erwartung empfing uns auch, als wir das Zimmer unseres Fahrgastes betraten und uns bei ihr vorstellten. Nach der Umlagerung auf unsere Trage, konnte die Fahrt über Isny, Lindau und Friedrichshafen zur Fähre nach Meersburg beginnen. Durch die schönen Panoramascheiben in unserem Wünschewagen konnte Frau B. auf der Fahrt alles gut erkennen und unterhielt sich rege mit ihrem Sohn und Marianne über alles Gesehene. Die kurze Fahrt mit der Fähre von Meersburg nach Konstanz ist immer wieder ein Erlebnis. Der Blick in alle Richtungen des Bodensees, der Wind, der einem um die Nase weht und auch die Insel Mainau mit ihrem Schloss, war von der Weite aus schon zu erkennen.
Auf der Insel angekommen lagerten wir unseren Fahrgast in unseren Rollstuhl um. Das Abenteuer auf der Mainau konnte beginnen. Es war der perfekte Tag, um die Insel zu erkunden: sonnig, blauer Himmel, nicht zu warm und nicht zu kalt. Der Weg führte uns vom Parkplatz an der Schwedenschenke, über das Torbogengebäude, vorbei an reichblühenden Tulpenbeeten, hinauf zum Schloss Mainau und zur Schlosskirche St. Marien. In der Kirche hielten wir kurz im Gebet inne, bevor wir unseren Spaziergang durch die blühenden Gärten fortsetzten. Frau B. hatte sichtlich Spaß an der Blumenpracht. Auch Herr Pfarrer B. hatte Gelegenheit seinen „freien Tag“ ausgiebig zu genießen und Fotos zu schießen.
Das Mittagessen wollten wir, „standesgemäß“ in der Schwedenschenke einnehmen, die jedoch am Montag Ruhetag hatte. Plan B war nun eine „Familienplatte“ (2 Schnitzel, 2 Bratwürste, Chicken Nuggets, ein gefühltes Kilo Pommes Frites, Ketchup und Majo) aus dem SB-Restaurant, die wir uns, unter großem Gelächter, auf der Terrasse der Schwedenschenke schmecken ließen. Marianne „taufte“ noch aus Versehen die Pommes mit Spezi, was Frau B. nicht abschreckte diese bis auf den letzten Krümel aufzuessen, weil schließlich sind sie ja bezahlt… ?
Frisch gestärkt drehten wir eine weitere Runde durch den Garten. Auf Wunsch unseres Fahrgastes besichtigten wir noch die „Orchideenschau“ im Palmenhaus. Diese Farben- und Blütenpracht war atemberaubend schön. Durch Zufall entdeckten wir das Schlosscafé und beschlossen spontan, dort, dieses Mal wirklich „standesgemäß“ noch einen Kaffee zu trinken und ein großes Stück Torte zu essen. In diesem noblen Ambiente, sorgte ich für Aufruhr beim Personal und schallendes Gelächter bei meinen Kollegen und Fahrgästen, als ich mich setzen wollte und, warum auch immer, der Vorhang samt Vorhangstange und Putz von der Wand fiel. Er schrammte haarscharf an unserem Fahrgast, mir und Herrn Pfarrer B. vorbei. Das Personal fragte aufgeregt nach, ob uns etwas passiert sei und wir alle lachten herzlich über diese „Randale im Schlosscafé“. Das letzte Stück Torte hatte noch mehr „Biss“ und es knirschte zwischen meinen Zähnen…
Langsam neigte sich ein traumhaft schöner, lustiger Tag dem Ende zu. Wir fuhren entspannt und mit tollen Eindrücken wieder zurück nach Kempten. Während der Fahrt, erstellten wir für unseren Fahrgast das obligatorische Erinnerungsalbum und überreichten es ihr nach Ankunft in der Einrichtung.
Frau B. und auch ihr Sohn bedankten sich ausgiebig bei uns und betonten immer wieder, wie schön der Tag für beide gewesen sei. Wie ich erfahren habe, hat Frau B. die ganze Woche von der Fahrt geschwärmt und den Pflegekräften der Einrichtung davon erzählt. Diese haben auch versichert, dass sie das Angebot des Wünschewagens unter den Bewohnern/Angehörigen weiterverbreiten werden und sich auch bei uns bedankt
 
#asballgaeu
#asbwünschewagen
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Noch einmal vom Berg herunterschauen

Er konnte es im Vorfeld gar nicht glauben!
Durfte er einmal im Leben, in dem er bisher in allen Bereichen auf der Schattenseite lag, Glück erfahren?
 
Unser Fahrgast aus dem Hospiz Kempten konnte es nicht fassen. Sein Wunsch: einmal im Leben die Freiheit auf einem Berggipfel spüren und dann noch sogar auf der Zugspitze, sollte tatsächlich in Erfüllung gehen. Das mussten alle aus dem Hospiz wissen und sie teilten seine Vorfreude mit ihm. Mitte April war es dann soweit! Unser Wünschewagen Allgäu/Schwaben sammelte Herrn G. am Vormittag im Hospiz Kempten ein, und dann ging es los Richtung Zugspitze. Und obwohl er wahnsinnig aufgeregt war, nützte er die zweistündige Fahrt für ein Schläfchen um Kräfte für „seinen“ Tag zu sammeln. Dort angekommen meinte er dann allerdings zu uns, dass er ein wichtiges Detail vergessen habe: er habe Höhenangst! Wir Wunscherfüller hatten zwar keine Höhenangst, aber aufgeregt waren wir allesamt auch. Immerhin war es auch für uns das erste Mal, dass es auf die Zugspitze ging. Und das mit rasanter Geschwindigkeit in einer neuen Gondel mit Glasboden!!! Knapp 2000 Höhenmeter später waren wir von der recht ruhigen Fahrt beeindruckt. Leider hat das schöne Wetter nicht bis hoch zum Gipfel gereicht: die Sicht reichte nur paar Meter und uns fegte ein eisiger Wind bei Minusgraden um die Ohren! Sollte Herr G. wieder einmal Pech im Leben haben - wie so oft schon? Ein wenig enttäuscht sind wir dann ins Panoramarestaurant geflüchtet, um uns wieder aufzuwärmen. Bei einem leckeren Essen stieg unsere Stimmung dann aber auch wieder. Und für unseren Fahrgast gab es seine erträumte Gipfelhalbe! Ein ganz besonderer Genuss auf knapp 3000 Höhenmeter. Nach den ganzen Eindrücken, dem leckeren Essen und dem Bier wurde Herr G. dann zunehmend müde, sodass wir uns entschieden wieder nach unten zu fahren. Und da war das Glück dann auf unserer Seite: der Nebel und die Wolken begannen sich zu verziehen und vor unseren Augen erschien eine atemberaubende Aussicht. Da war dieser eine Moment, der jede Wunschfahrt zu was ganz Besonderem macht: G. schien diesen Augenblick in sich aufzusaugen und mit allen Fasern zu genießen: er strahlte über das ganze Gesicht! Unten angekommen war seine Müdigkeit verflogen: er rauchte genüsslich eine Zigarette, bestaunte die Zugspitze noch einmal von unten, scherzte mit uns und war glücklich so einen Tag erleben zu dürfen.
 
„Da lebt man schon so in der Nähe und bekommt es sein Leben lang nicht hin, da hochzufahren!“
Die Rückfahrt nützte er dann doch wieder für ein Schläfchen. Im Hospiz wieder angekommen nahm er die ausgedruckten Fotos strahlend in Empfang und bedankte sich „bei dem coolen Team für einen megaaaaaa Tag“.
 
 
 
 
 
 
 
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Noch einmal auf alten Pfaden wandeln….

Und wieder zeigte es sich, dass die kleinen Wünsche oft die ganz großen sind, die die Menschen am Ende ihres Lebensweges beschäftigen. Unsere 150. Wunschfahrt war genauso eine. Herr S., der mittlerweile im Hospiz Illertissen lebt, hatte den Wunsch geäußert, seine ehemalige Arbeitsstelle, sowie einen in der Nähe gelegenen See noch einmal sehen zu wollen. Im Vorfeld wurde es immer unsicherer, ob die Fahrt tatsächlich wie geplant stattfinden konnte, da sich der Zustand unseres Fahrgastes zunehmend verschlechterte. Aber wie wir es immer wieder erleben, so mobilisierte Herr S. all seine Reserven und so konnten wir wie geplant starten. Da im Wünschewagen diesmal sogar zwei Plätze frei waren, konnten uns zwei der drei Töchter begleiten. Der frühere Arbeitsplatz von Herrn S. ist der Omnibushersteller EVO – Bus in Neu-Ulm. Obwohl es unserem Fahrgast genügt hätte, noch einmal das Werk von außen zu sehen, empfanden wir das doch als einen zu bescheidenen Wunsch. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Werkschutz öffneten sich uns die Tore, und wir durften mit dem Wünschewagen über das gesamte Gelände fahren. Dort konnten wir an den vielen dort parkenden Bussen, die alle einen unterschiedlichen Baufortschritt hatten, sehen, wie aus einem Gestell aus Rohren ein fertiger Bus entsteht. Unser Fahrgast verfolgte alles mit wachen und interessierten Augen. Ist es nicht ein Segen, wenn man einen Beruf ausgeübt hat, der einen so erfüllt, dass man auch noch Jahre später Erfüllung beim Besuch der alten Arbeitsstätte empfindet?

Weiter ging es an den in der Nähe gelegenen Angelsee, an dem wir uns stärken wollten. Da Herr S. sich zu schwach für einen Lokalbesuch fühlte, wurde kurzerhand der Wünschewagen zum Picknickplatz umfunktioniert. Auf einem Stellplatz am Ufer des Sees, konnten wir die Türen weit öffnen, sodass Hr. S vor dem kalten Ostwind geschützt war aber gleichzeitig die Frühlingsluft genießen konnte. An sich war der Tag viel zu schön, um Abschied zu nehmen. Aber wenn er seinen geliebten See dafür in einer so schönen Erinnerung mit auf den weiteren Weg nehmen könnte….

Entgegen seiner vorherigen Planung fühlte unser Fahrgast sich doch stark genug, noch an seinem Haus in der Nähe vorbeizuschauen und einen kleinen Plausch mit der Nachbarin zu halten.  Der anschließende Heimweg führte uns dann an dem Wohnort der restlichen Familie vorbei. An ein ausführliches Familientreffen war leider nicht zu denken, aber ein spontanes Treffen an einer Bushaltestelle war umsetzbar. Wie groß war die Freude auf beiden Seiten, als sie sich – zwar mit Abstand – nach langer Zeit mal wiedersehen konnten. Dieser Moment war besonders wertvoll, da im Hospiz zurzeit nur sehr eingeschränkt Besuch möglich ist. Und jetzt konnte er seine ganze große Familie auf einmal sehen und ihnen aus dem Wünschewagen zuwinken. Die dabei entstandenen Fotos werden für Herrn S. im Hospiz wie ein wertvoller Schatz sein, die die erlebten Augenblicke immer wieder lebendig halten. Nun war es aber Zeit Herrn S. wieder im Hospiz Illertissen abzugeben. Sein Tag war lang, aufregend und sehr erfüllend für ihn, aber jetzt waren seine Reserven aufgebraucht. Wir wünschen Herrn S., dass die Begegnung mit lieb gewordenen Orten und Personen ihm viel Kraft für seinen weiteren Weg gibt.

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„Irgendwas mit Hunden“

 … so lautete der letzte Wunsch einer Dame, die bereits mit 51 Jahren im Pflegeheim „Espachstift“ in Kaufbeuren versorgt werden muss.

 Bei genauer Betrachtung ihrer Vita ist dieser Wunsch absolut nachvollziehbar, da sie ihr Leben lang Hunde besessen hatte und auch in der Rettungshundebrigade in Österreich tätig gewesen ist. In den letzten Jahren musste sie sich aufgrund ihrer Erkrankung allerdings mehreren Schädeloperationen unterziehen, eine Radiochemotherapie durchstehen und leidet nun an den Folgen eines ausgeprägten Krampfanfalles. Mit ihrem Wunsch war sie beim Wünschewagen des ASB genau richtig. Erfüllt der Arbeiter-Samariter-Bund mit dem Projekt „Wünschewagen – letzte Wünsche wagen“ nicht nur letzte Wünsche, sondern verfügt auch über eine aktive Rettungshundestaffel. Ein Anruf bei deren Leiterin und es war allen klar, dass Frau S. dieser Wunsch gemeinsam - und unter 3 G Bedingungen - erfüllt werden sollte. 

 Bei schönstem Wetter wurde Frau S. von den ehrenamtlich tätigen Wunscherfüllern im Heim abgeholt, und da erlebte sie schon die erste Überraschung: es wartete nämlich bereits ein Hund am Wünschewagen: Mogli, ein Bordercollie, der treue und fantastisch erzogene Hund einer Wunscherfüllerin, die diese Fahrt auch begleitete. Ein Hund im Wünschewagen? Na klar! Ein Aufleuchten in den Augen von Frau S. und ein Strahlen über das ganze Gesicht überzeugte uns alle.

 Während sich Frau S. und Mogli im Wünschewagen beschnüffeln und Freundschaft schließen konnten, fuhr dieser an den Waldrand von Waltenhofen, wo die Rettungshundestaffel auch nach ein paar Minuten eintraf. Was muss dieser Anblick bei Frau S. ausgelöst haben?  5 unterschiedliche Hunde mit ihren Begleitern umringten sie, wurden gestreichelt und Fachgespräche mit ihren Begleitern geführt. Und dann ging das Übungsprogramm los: mit Hilfe der Ehrenamtlichen durfte auch Frau S.  im Gebüsch „Verunglückte“ spielen und wurde von der Staffel sofort erschnüffelt. So vergingen die kommenden 1 ½ Stunden mit den verschiedenen Übungen wie im Flug. Frau S. hätte trotz ihrer Erkrankung wahrscheinlich noch länger durchgehalten, aber auch ihr merkte man die ungewohnte Kraftanstrengung an. So verabschiedete sie sich von den Hunden mit einer Streicheleinheit für jeden, dankte deren ehrenamtlichen Begleitern ganz herzlich und nahm wieder Platz im Wünschewagen.

 Ihre Schwester, die sie den ganzen Tag begleitete, hatte noch eine andere Überraschung geplant: ein Zusammentreffen mit den beiden anderen Schwestern, ihren beiden Nichten und dem Schwager im „Caffe Torino“ in Marktoberdorf. Hier war extra ein abgetrennter Bereich für die ganze Gruppe reserviert, die auf Kosten des Hauses italienische Spezialitäten genießen durften. Was für eine fröhliche Runde! Es wurde viel gelacht, Erinnerungen ausgetauscht und es durfte auch geweint werden.

 Geweint aus Dankbarkeit einen so schönen, glücklichen Tag noch einmal zusammen erleben zu dürfen. Und dieser Tag war nur möglich durch den ehrenamtlichen und liebevollen Einsatz

des Teams vom Wünschewagen und der Rettungshundestaffel des ASB und des Teams vom „Caffe Torino“. 

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Noch einmal ein Krabbenbrötchen im Hamburger Hafen essen……

Diesen Wunsch kann wohl jeder nachvollziehen, wenn man bedenkt, dass er von jemandem ausgesprochen wurde, der 15 Jahre lang als Koch auf einem Frachtschiff einer südamerikanischen Schifffahrtsgesellschaft tätig gewesen ist. Auf seinen Fahrten über die Weltmeere stach er dabei häufig von Hamburg aus in See. Die Rede ist von dem 81jährigen Herrn X., der mittlerweile in einem Pflegeheim in Marktoberdorf zuhause ist und die Atmosphäre „seines“ Hafens so sehr vermisst und natürlich seine geliebten Krabbenbrötchen!

So machten sich Marianne, Harald und Eddi mit dem Allgäuer Wünschewagen auf den langen Weg, um Herrn X seinen Wunsch zu erfüllen. Und wie es so oft auf Wunschfahrten vorkommt, treten immer wieder Schwierigkeiten auf, die es zu meistern gilt. Was macht man zum Beispiel, wenn sich die von innen verschlossene Behindertentoilette auf der Rastanlage von außen mit dem Schlüssel nicht öffnen lässt, der Fahrgast aber Hilfe benötigt? Die drei Wunscherfüller waren nach mehreren frustrierenden Versuchen kurz davor, die Feuerwehr zu holen, als dann die Verriegelung durch Betätigung des Notknopfes am Handlauf der Toilette wie durch auf ein Wunder plötzlich doch aufsprang. Nach diesem Schreckmoment ging die Fahrt problemlos nach Hamburg weiter. Dort angekommen wurde nicht nur der Fahrgast, sondern auch Marianne, Harald und Eddi vom ASB Pflegeheim „Lupine“ sehr herzlich aufgenommen und bestens versorgt.

Der nächste Tag startete mit der geplanten Hafenrundfahrt und schon wartete die nächste Herausforderung. Das Schiff war nicht - wie von der Reederei versprochen -  behindertengerecht. Aber der Kapitän half sofort mit unseren Fahrgast samt Rollstuhl über die Treppen an den gewünschten Platz auf „Klein Erna“ zu tragen. Die 2stündige Hafenrundfahrt verging wie im Flug und die Ausführungen des Moderators waren sehr interessant und auch belustigend heiter.

Wieder von Bord war nun endlich Zeit für das geliebte Krabbenbrötchen! Mmmmmh, so gut die bayrischen Weißwürste in der Heimat sind, dieser salzige Geschmack ist für einen Seemann einfach durch nichts zu ersetzen. Da kann man sogar anschließend noch ein Heringsbrötchen verdrücken. Mit gut gefülltem Magen spazierten alle noch am Ufer der Landungsbrücken entlang, um das Panorama zu genießen. Anschließend ging es in den Nobelvorort Blankenese, von wo Herr X. einen herrlichen Blick auf die großen Containerschiffe hatte, die den Hafen flussaufwärts in Richtung Nordsee verließen. Was für ein Anblick!

Als alle am späten Nachmittag wieder im Heim ankamen war Herr X erschöpft und überwältigt von den vielen schönen Eindrücken, und erst dann fing es auch an, wie aus Eimern zu schütten. Dieser Regen begleitete das Team den ganzen nächsten Tag auf der Heimfahrt und nach zahlreichen Essens-, Toiletten- und Rauchpausen sowie Staus und Baustellen kamen alle abends wieder gut im Pflegeheim in Marktoberdorf an und übergaben den erschöpften, aber glücklichen Fahrgast. Ob er wohl in der Nacht von seinem Krabbenbrötchen geträumt hat? Wir wissen es leider nicht!

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Noch einmal gemeinsam Gottesdienst feiern…

Weiblich, 85 Jahre, mehrfach CA metastierend, beginnende Demenz.
Letzter Wunsch: Noch einmal gemeinsam Gottesdienst feiern.

Das sind die anonymisierten Daten eines erfüllten Lebens und einer Frau, die sich am 13. Juli auch geistig nochmals vom Hospiz St. Vincenz in Augsburg aufmachte, um in der Katholischen Kirche St. Elisabeth in Augsburg noch ein letztes Mal mit Gemeindemitgliedern einen Gottesdienst im kleinen aber vertrauten Kreis zu feiern. „Wir kennen uns seit Jahren. Wir sind uns so vertraut wie in einer Familie,“ wird sie später immer wieder erzählen.

Für unsere Augsburgerin Frau B. war es eine kurze, intensive Zeitreise durch die vertrauten Straßen der Innenstadt. Sie kennt die alten Häuser bereits seit ihrer Kindheit – wie sie vor dem Krieg standen, dann zerbombt und anschließend wiederaufgebaut wurden. Während Sandra und Eddi vorne im Wünschewagen durch das Labyrinth der vielen Einbahnstraßen der Altstadt zur Kirche fahren, erinnert sie sich: „Mit dem Fahrrad bin ich durch viele dieser Straßen gefahren. Unsere Kirche St. Elisabeth ist nicht weit von unserem Haus entfernt. Mein Mann ist nun 90 Jahre alt. Seit über 80 Jahren wohnt er in diesem Haus, wo auch unsere Kinder groß geworden sind.“

St. Elisabeth ist eine große, alte mit rotem Backstein aufgebaute Kirche. Mit zahlreichen Anbauten wurde sie zu einem Kirchengemeindezentrum erweitert – für klein und groß, Alt und Jung, für gesund und krank. Liegend wird Frau B. in den Gemeindesaal geschoben, vorbei an Kindern der Kindergartengruppe „Schmetterlinge“.

Während von draußen immer wieder vereinzelt ganz leise ein Kinderlachen zu hören ist, herrscht im Gemeindesaal eine würdevolle, feierliche Stimmung. Auf dem Altar brennen alle Öl-Lichter des Chanukka-Leuchters im gedämpften Licht. Ein Symbol für das ewige Licht, das einmal auch für uns ewig brennen wird.  Es ist ein kleiner Gottesdienst, mit vertrauten Gesichtern, - Tochter, Ehemann, Enkel, Freunde – mit vertrauten Liedern, Gebeten, Abendmahl und Krankensalbung. Im Vergleich zum sonstigen Gottesdienst, dauert der heutige nur etwa 40 Minuten. Für den Fahrgast ist es ein intensives, wertvolles Erlebnis. Sie ist ruhig, hört aufmerksam zu, erkennt viele an der Stimme. Durch die Erkrankung ist die Sehkraft getrübt.

Im Hospiz angekommen freut sie sich auf ihr Bett, wird nochmals druckentlastend gelagert, reflektiert mit ihrer Tochter, die erlebten zwei Stunden. Eddi hat die Stimmung, den Gottesdienst fotografiert. In einem Nebenraum werden die Bilder gerade ausgedruckt und zu einem kleinen Erinnerungsalbum zusammengesetzt. Ein letztes Highlight, bevor es auf die große Reise geht, die bald ansteht. Frau B. ist körperlich bereits sehr schwach, aber in der Seele ist sie gestärkt.

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Noch einmal Greifvögel aus der Nähe sehen…..

Was für ein ausgefallener Wunsch unseres Fahrgastes, den wir heute begleiten durften!

Aber so unterschiedlich wir Menschen sind, so sind auch unsere letzten Wünsche sehr individuell und die kleinen genauso wichtig wie die großen!

 

Mittags ging es los: unser Ziel war der Greifvogelpark Mentner in der Nähe von Burgau. Unser Fahrgast erwartete uns schon angespannt im Pflegeheim, konnte sich dann aber doch während der Fahrt zunehmend entspannen und beobachtete die Landschaft durch die großen Panoramafenster des Wünschewagens. Wie würde der Tag für ihn werden? Würden seine Kräfte für diesen Ausflug reichen? Seine Schwester wurde von uns über unsere Ankunftszeit im Park informiert und so nahm sie uns zusammen mit ihrem Mann am Parkplatz in Empfang! Das Wetter war ideal: nicht zu warm und auch nicht zu kalt – und vor allem trocken, was in diesem Sommer nicht unbedingt selbstverständlich ist. Nachdem unser Fahrgast, der durch seine Multiple Sklerose Erkrankung in seiner Mobilität schon sehr eingeschränkt war, die gemütliche Wünschewagen-Liege mit Hilfe der Wunscherfüller gegen seinen Pflegerollstuhl getauscht hatte, ging es bergab in das „Greifvogel-Paradies“. Für unseren Fahrgast war das wirklich ein Paradies, denn er hielt selbst jahrelang zuhause Greifvögel (ca. 5-6 Falken). Leider konnte er selbst darüber nicht mehr berichten, da dies seine MS Erkrankung nicht mehr zu ließ. Allerding erzählte der Schwager von so einigen lustigen Geschichten und nahm uns gedanklich mit auf ihre Reisen durch ganz Deutschland, um den ein oder anderen besonderen Falken zu ergattern. Wie wir so im Park die Falken, Eulen, Käuze und Adler bestaunten, konnte man das Funkeln in den Augen des Fahrgastes sehen.  Besonders als wir genau vor dem großen Falken, den er früher zuhause hatte, standen, konnten wir die Begeisterung unseres Fahrgastes spüren.

 

Auch wenn er sich nicht mehr adäquat äußern konnte, war deutlich zu merken, wie sehr er den Tag mit seiner Schwester und seinem Schwager genoss. Immer wieder lief eine stille, aber große Träne über seine Wange, wenn er einen Moment besonders genoss. Und dann hatte der Park noch eine Überraschung für unseren Fahrgast vorbereitet: es gab eine Greifvögelvorstellung nur für ihn alleine! Was das für ihn bedeutete ist nicht in Worte zu fassen! Als dann noch die große 4,5 kg schwere Eule auf der Armlehne des Rollstuhles Platz nahm, war das Glück für unseren Fahrgast perfekt. Damit hatte er nie und nimmer gerechnet!

 

Bevor wir dann doch die Heimreise antreten mussten, erzählte uns der Besitzer des Parks bei Kaffee und Kuchen noch einiges Interessantes über die Tiere und den Park. Auch für die Schwester und ihren Mann war es ein Geschenk, dass sie diesen Tag mit unserem Fahrgast noch gemeinsam haben erleben durften. Auch unser Fahrgast beantwortete die Frage, ob es ihm gefallen habe, mit einem breiten Grinsen und einem deutlichen „Ja“.

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Gedanken einer Wunscherfüllerin

Bei wunderschönem Sonnenschein und frisch, Gott sei Dank, negativ getestet, machte ich mich am Montagmorgen auf den Weg nach Kaufbeuren. Auf der B17, mit Blick in die verschneiten Berge, war schon klar, dass es wettermäßig ein toller Tag für eine Wunschfahrt ist. Und trotzdem war ich sehr aufgeregt, hatte auch in der vergangenen Nacht schlecht geschlafen…warum nur? Die Erklärung ist ganz einfach. Nach zweieinhalb Jahren als Wunscherfüllerin habe ich mich spontan dazu entschlossen, eine Fahrt zu begleiten, bei der unser Fahrgast ein Kind ist. Was wird auf mich zukommen? Wie werde ich damit umgehen, mit einem kranken Kind unterwegs zu sein, da ich selbst Mutter bin? Wird mich diese Wunschfahrt verändern? Aber nach kurzem Nachdenken war mir die Antwort auf die letzte Frage relativ schnell klar. Natürlich wird mich auch diese Fahrt verändern, weil das im Vorfeld schon alle anderen Wunschfahrten getan haben. Immer prägend, aber immer durchweg positiv.

 

In Kaufbeuren angekommen, wurde ich herzlich von Sonja und Silke begrüßt. Mit Silke bildete ich das Wünschewagen-Team für die heutige Fahrt. Und die Chemie stimmte sofort, vor allem, als wir uns gemeinsam in der Umkleidekabine in das Outfit des Tages geschmissen hatten. Sonja hatte alles hervorragend vorbereitet. Fest stand, verhungern und verdursten wird am heutigen Tag niemand. Von Butterbrezen über belegte Brötchen, bis hin zu süßen Stücken zum eingepackten Kaffee, war alles vorhanden um ein ausgiebiges Picknick gestalten zu können. Als alles eingepackt war, ging‘s los.

 

Ohne große Verzögerung erreichten wir die Adresse unseres kleinen Fahrgastes, wo wir von der Familie schon erwartet wurden. Nachdem alle getestet waren, alles Notwendige eingepackt und der Rolli verstaut war, fuhren wir auf der Autobahn unserem Wunschort entgegen. Die heutige Wunschfahrt sollte ins Legoland® Deutschland gehen.

 

Dort angekommen, schon die erste Überraschung. Wir durften mit unserem Fahrzeug direkt in den Freizeitpark einfahren und parkten mitten auf der Promenade. Kathrin und Huma, beides Mitarbeiterinnen des Legolandes® begrüßten uns herzlich. Plötzlich gesellte sich noch eine weitere Gestalt aus dem Park dazu. Nya, das Elementarmeisterin des Wassers, Schwester von Kai, begrüßte unsere Reisegruppe und vor allem unseren kleinen Fahrgast und seinen größeren Bruder, der zu diesem besonderen Tag auch seinen besten Freund einladen durfte.

 

Jetzt werden sich nicht Eingeweihte fragen, wer bitte schön ist denn Nya. Natürlich ein Ninja, und zwar der einzige weibliche, mit viel Selbstvertrauen und sehr charmant. Ihre geheime Superkraft ist die Entwicklung von Hightech-Fahrzeugen und -Geräten und damit war sie genau die richtige Begleitung für unsere abenteuerliche Mission.

 

Zusammen zogen wir los, um uns das Miniland anzuschauen. Schon verrückt in Zeiten wie diesen. Wir schlenderten durch die Nachbauten von Berlin, Frankfurt, Venedig, machten einen Abstecher in die Allianz-Arena und zum Schloss Neuschwanstein. Wir bewunderten die Windmühlen in Holland und die 5 größten Gebäude der Welt.

 

Nach diesen ersten Eindrücken wartete schon der LEGO-Express® darauf, mit uns eine Fahrt durch den gesamten Park zu machen. Es war schon ein wenig seltsam. Da, wo sich normalerweise viele Menschen tummeln, um ihren Aufenthalt im Park zu genießen, waren heute die ganzen guten Geister zu sehen, die das erst ermöglichen. Wir bekamen einen exklusiven Einblick in die viele Arbeit, die hinter den Kulissen und normalerweise für Besucher unsichtbar geleistet wird. Überall wurden wir freundlich begrüßt, jeder hatte ein nettes Wort für unsere kleine Gruppe, kurz gesagt…wir fühlten uns alle sehr willkommen. Nach den Eindrücken der Fahrt führten uns Kathrin und Huma durch den gesamten Park und erzählten uns von Bauzeiten, der Anzahl der Steine in den verschiedenen Attraktionen und von Neuerungen, die in dieser Saison bereit stehen, wie z.B. der nagelneuen Erste-Hilfe-Station.

 

Das nächste Highlight stand bevor, und zwar die Safari-Tour® durch Dschungel und Savanne. Vorbei an Elefanten, Löwen, Zebras und vielen anderen wilden Tieren, die natürlich alle aus Legosteinen nachbaut waren. Nach so einem Abenteuer war Pause angesagt und so zogen wir los…und zwar in die Ninjago World®. Dort auf einer Wiese angekommen, wurden kurzerhand die Picknickdecken ausgebreitet, auf denen es sich unser kleiner Fahrgast, dem jetzt anzumerken war, dass er allmählich müde wird, mal richtig ausstrecken konnte. Die beiden größeren Jungs waren nicht zu bremsen und sie entdeckten jedes Detail des Themenbereiches. Damit nicht genug, sie durften zusammen mit der Mama unseres kleinen Gastes mehrere Runde in Lloyd`s Spinjitzu Spinner® drehen. Zum Glück noch vor dem Essen, danach wäre es möglich gewesen, dass die vielen Überschläge für einen flauen Magen hätten sorgen können.

 

Nach einer ausgiebigen Stärkung kam Kathrin wieder dazu und entführte einen Teil der Gruppe in die Wasserwelt von Sealife®. Nur unser kleiner Fahrgast, seine Pflegefachkraft Gabi und ich machten es uns auf der Wiese so richtig gemütlich, kuschelten mit dem kleinen Mann und entlockten ihm auch immer wieder ein kleines Grinsen. Es freute mich ungemein, zu sehen und zu erleben, wie gut ihm dieser Ausflug tut und wie er trotz der vielen neuen Eindrücke so gut entspannen konnte. Ich weiß gar nicht, warum ich so einen Bammel vor einer Kinderfahrt hatte. Dieses kleine schelmische Lächeln, dieses Vertrauen was der Kleine in uns hatte und was auch sichtbar und spürbar war, zeigte mir wieder, wie großartig unser Herzensprojekt ist und dass es vollkommen egal ist, welches Alter unser Fahrgast hat. Es ist immer eine Bereicherung…für alle. Und auf dieser Wiese wurde mir klar, dass es mit Sicherheit nicht meine letzte Kinderfahrt gewesen sein wird.

 

Der Tag im Freizeitpark neigte sich so langsam dem Ende entgegen. Wieder am Wünschewagen angekommen, wurden unser Fahrgast und seine Familie mit Geschenken überrascht. Vom Stoffdrachen, über personalisierte Schlüsselanhänger bis hin zu Überraschungen rund um Ninjago war für die drei Jungs alles dabei. Nach einer sehr herzlichen Verabschiedung machten wir uns wieder auf den Heimweg. Ohne Zwischenfälle kamen wir am Heimatort der Familie an. Hier zeigte sich beim Abschied wieder einmal, wie wildfremde Menschen auf einer Wunschfahrt zu einer Einheit verschmelzen und den Tag gemeinsam verbringen, als würden sie sich schon ewig kennen. Auch hier war die Verabschiedung sehr warmherzig.

 

Silke und ich ließen auf der Rückfahrt nach Kaufbeuren den Tag noch einmal Revue passieren und kamen zu einer gemeinsamen Meinung…es war perfekt. Nachdem der Wünschewagen vollgetankt und gereinigt in seiner Garage stand, machten wir uns auf den Heimweg. Nicht ohne das Versprechen, mal wieder eine Wunschfahrt gemeinsam zu machen.

 

Ich fuhr entspannt in Richtung Sonnenuntergang, stolz, Teil dieses großartigen Projektes sein zu dürfen, etwas müde, aber überglücklich. Wieder durfte ein Herzenzwunsch in Erfüllung gehen.

Claudia

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Noch einmal Insel Mainau ....

Manche Wunschfahrten sind ganz stille Fahrten, verlaufen ruhig und ohne groß gezeigte Emotionen. Und doch hat man den Eindruck, dass sie sehr genossen werden. Genauso verlief die Wunschfahrt, die uns vom Hospiz Illertissen auf die Insel Mainau führen sollte.

 Pünktlich um 9.30 Uhr kamen die Wunscherfüller Marianne und Uta am Hospiz an, wo uns unser heutiger Fahrgast bereits schon erwartete. Es war Muttertag und das Wetter machte dem Tag alle Ehre: die Sonne schien seit den Morgenstunden und noch war es nicht zu heiß. Wollte Herr H. wirklich seinen dicken Wintermantel mitnehmen? Ein Sonnenschutz wäre bei der nicht vorhandenen Haarpracht und bei der Wettervorhersage angebrachter gewesen. Aber ein Hut oder ähnliches war im ganzen Hospiz leider nicht aufzutreiben. Begleitet wurde unser Fahrgast von einer Hospizbegleiterin, die versuchte ihm jeden Wunsch vom Gesicht abzulesen. Ganz einfach war das nicht, war Herr H. doch eher in sich gekehrt und etwas wortkarg. Was er uns allerdings als erstes mitteilte war, dass wir noch Zigaretten kaufen mussten. Sein Wunsch war uns Befehl und so steuerten wir als erstes eine Tankstelle an, um ihn für seinen Tag mit Zigaretten zu versorgen.

Die Fahrt bis zur Fähre in Meersburg verlief ohne die befürchteten Staus und auch am Hafen wussten die Mitarbeiter Bescheid und ließen uns sofort auf die Fähre. Auch auf der Insel Mainau durften wir mit unseren negativen Coronatests direkt auf die Insel fahren. Bevor wir uns an dem bunten Blütenmeer erfreuen sollten, war jetzt erstmal die dringende Zigarettenpause für unseren Fahrgast angesagt. Aber dann ging es mit Herrn H. im Rollstuhl über die Insel. Ob er an den vielen bunten Blumen den selben Spaß hatte und dieselbe Begeisterung spürte wie wir, ist schwer zu sagen. Aber was er auf jeden Fall sehr genoss, war die vielen Leute auf der Insel zu sehen, die im Kies spielenden Kinder zu beobachten und die verschiedenen Stimmen und Gerüche wahrzunehmen. LEBEN!!!  Und dazu gehörte unbedingt auch ein Eis. So saßen wir im Schatten mit unserem Eis und beobachteten den Trubel um uns rum.

Dann äußerte er doch den Wunsch, noch direkt an Wasser zu gehen. Da das auf der Insel Mainau mit Rollstuhl eher beschwerlich ist; legten wir auf dem Heimweg noch einen Stopp in Langenargen ein. Und was für eine Überraschung uns dort erwartete: hier herrschte ein Sturm, sodass der Bodensee eher wie die Nordsee wirkte. Aber es war warm, viele Leute unterwegs und zahlreiche Segelboote auf dem Wasser, die wie bunte Bälle auf der Oberfläche hin und her hüpften. An der Kaimauer zog Herr H. zwar doch die Kapuze seinen Hoodies über die Ohren, aber streckte den Kopf immer in Windrichtung, um mit geschlossenen Augen den Wind spüren zu können. Was ihm wohl gerade durch den Kopf ging? Seine Vergangenheit? Seine Zukunft? Seine Wünsche? Wir ließen ihn den kostbaren Moment in Ruhe genießen und mussten dann aber leider doch an den Heimweg denken. Dieser verlief ohne weitere Komplikationen, sodass wir Herrn H. kurz vor Einbruch der Dunkelheit wohlbehalten im Hospiz wieder abgeben konnten – mit einem Fotobuch in der Hand, damit er auch noch in den nächsten Tagen von seinem Ausflug würde zehren können.

 

                                                                                                                                                   Uta F.

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An einem wunderschönen sonnigen Tag Ende April ....

Endlich. Es ist wieder so weit.
Der Frühling ist da und wir haben wieder mehr Möglichkeiten, Wunschfahren durchzuführen.
 
Jetzt kam sogar das LEGOLAND ® Deutschland in Eigeninitiative auf uns zu und fragtean, ob wir kranken Kindern mit ihren Familien einen schönen Tag im LEGOLAND ® bereiten wollen.
 
Wir mussten nicht lang überlegen, und so fuhren unsere 3 Wunscherfüller, Claudia, Sonja und Cordula vom Allgäuer Wünschewagen zusammen mit Jacob und seiner Familie los.
An einem wunderschönen sonnigen Tag Ende April holten wir morgens Jacob von zu Hause ab. Jacobs Familie ist gerade mitten im behindertengerechten Umbau des alten Bauernhauses und kann einen Tag Abwechslung und Ablenkung gut gebrauchen.
Jacob hat seit er 3 Monate alt ist Krampfanfälle und ist dadurch in seiner Entwicklung eingeschränkt und nach vielen Krankenhausaufenthalten auch auf den Rollstuhl angewiesen. Wir wurden sehr freundlich und voller Vorfreude von Jacobs kleinen Geschwistern, Emil und Louis, empfangen und machten uns schon kurz darauf auf den Weg. Jacobs Mama begleitete Jacob im Wünschewagen. Papa, Oma und die beiden Brüder fuhren hinterher.
 
Jacob hatte Freude während der Fahrt. Da Jacob leider seit einigen Jahren nur wenig Prozent Sehkraft hat und seitdem mehr auf seine Hörfähigkeit angewiesen ist, wäre ein Besuch im LEGOLAND ® bei normaler Besuchermengen und enormer Geräuschkulisse fast unmöglich.
 
Kathrin und LEGOLAND-Boy ® erwarteten uns und wir durften mit dem Wünschewagen direkt hineinfahren.
Für Jacob ging es dann sofort von der Trage auf den Rollstuhl und zusammen mit Emil und Louis zeigte uns das Team vom LEGOLAND ® die Miniaturenwelt. Die Brüder hatten Freude, die liebevoll gestalteten Landschaften zu erkunden und immer wieder kleine Details zu entdecken. Nach einem kurzen Plausch mit den Gärtnern und Modellbauern, die sich auch freuten, endlich mal wieder Besucher zu sehen, ging es auf kurzem Weg zum LEGOLAND-Express ®. Eine Runde durch den Park genoss Jacob auf dem Schoss seiner Eltern.
 
Anschließend nutzten wir eine kleine Picknick-Pause auf einem Spielplatz. Jacob ließ sich die Sonne auf der Picknickdecke ins Gesicht scheinen und Louis und Emil machten das Klettergerüst unsicher. Sie hatten keine Zeit zum Essen, und genossen es auch mal mit dem Papa gemeinsam uneingeschränkt Zeit zu verbringen.
 
Nach der Stärkung ging es weiter zum SEA LIFE ® Atlantis Aquarium. Auch hier nahm sich Mitarbeiter Uwe viel Zeit um uns alles zu zeigen und alle Fragen zu beantworten. Wir haben viele Meeresbewohner entdecken können: Haie, Seepferdchen, Rochen, zahlreiche bunte Fische und auch Nemo und Dori haben wir gesehen. Auch Jacob entspannte zusehends bei der ruhigen Atmosphäre der Unterwasserwelten.
 
Anschließend ging es zur Safari Tour. Mehrere Runden in wechselnden Besetzungen wurden durch den Urwald gedreht und tolle Legotiere entdeckt. Auch Jacob fuhr wieder eine Runde mit seiner Mama mit. Nachdem anschließend auch wieder mehrere Runden am Flughafen mit den Flugzeugen gedreht wurden, neigte sich der schöne Tag im LEGOLAND ® langsam dem Ende entgegen. Voller Dankbarkeit verabschiedete sich die Familie und wir uns vom Team des LEGOLAND ®, und machten uns dann wieder auf den Weg nach Hause.
 
Auch den Rückweg genoss Jacob wieder zusammen mit seiner Mama im Wünschewagen auf der Trage, denn wenn der Wünschewagen mehr Sitzplätze gehabt hätte wären auch die Brüder gern im Wünschewagen mitgefahren.
 
Angekommen freute sich Haushund Marla ihre Familie zu Hause wieder zu haben. Mit einem kleinen Fotobuch mit den schönsten Erinnerungen des Tages verabschiedeten wir uns, tief beeindruckt von der Familie wie toll und wie selbstverständlich sie mit ihrer Situation umgehen, und wünschen alles erdenklich Gute auf ihrem weiteren Weg, wie lang auch immer er zusammen mit Jacob noch sein mag.
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Noch einmal den Blick über den Bodensee schweifen lassen und die Pfahlbauten bewundern….

Letzte Wünsche machen auch in Corona Zeiten nicht Halt und können nicht aufgeschoben werden. So führte der Weg des Wünschewagen Allgäu / Schwaben die Wunscherfüller Ines und Achim in das Hospiz Illertissen, wo Frau S. mit noch etwas gemischten Gefühlen auf das Team wartete. Es war zwar erst Ende März, aber die Sonne zeigte sich schon von ihrer besten Seite.  Erst stand kurz die Frage im Raum, ob die Fahrt überhaupt würde stattfinden können, da es Frau. S.  zunehmend schlechter ging, sie die meiste Zeit des Tages schlafen würde und in ihren wachen Phasen oft verwirrt und nicht orientiert sei. Aber da als Begleitung auch eine Hospizbegleiterin mitkommen würde, fiel die gemeinsame Entscheidung, die Fahrt zu wagen – zur Not müsste sie abgebrochen werden. Begleitet wurde sie von einem Filmteam des TV Regio Schwaben, das über den Wünschewagen berichten wollte und das sich – genauestens instruiert von der Koordinatorin Sonja Hujo- die ganze Zeit dezent im Hintergrund hielt. Nachdem alles und jeder seinen Platz gefunden hatte, ging es los Richtung Bodensee. Anfangs zeigte sich der Fahrgast noch von einer sehr sarkastischen Seite (Originalton: „So, Ihr seid also diejenigen, die eine Leiche transportieren wollen), doch mit der Zeit zeigte sich Frau S. auch von einer anderen Seite. So entstand das Bild einer Frau, die sich früher als Taxifahrerin ihren Lebensunterhalt verdient hatte, einiges aus ihrem früheren Berufsleben zu erzählen wusste und auch jetzt noch, trotz weit fortgeschrittener Lungenerkrankung, genau wusste was sie wollte und was nicht. Zwischen ihren Geschichten schlief sie allerdings immer wieder kurz ein, um sich zu erholen. Gegen 13 Uhr kamen Ines und Achim mit Frau S. und dem Begleitteam bei den Pfahlbauten in Unteruhldingen an und wurden schon von dem Museumsführer empfangen. Es ist immer wieder berührend, wie sehr das Projekt „Wünschewagen“ von allen Seiten aus unterstützt wird und so manch Unmögliches möglich gemacht wird. Wichtiger als die Führung war Frau S. allerdings erstmal das Essen. Und so wurde der vom Hospiz liebevoll gepackte Picknickkorb mit Sekt, Lachs und vielen anderen Köstlichkeiten auf einer Biertischgarnitur ausgepackt und verputzt. Erstaunlich wie gut das Essen in guter Atmosphäre, tollem Ausblick und liebevoller Begleitung auch bei Krankheit schmecken kann. Kein Wunder, dass Frau S. dann während der anschließenden Führung durch das Museum zunehmend müde wurde und auch immer mal wieder auf der Trage kurz eingeschlafen ist. Aber vielleicht war das auch nur ein Krafttanken für den Eisbecher, den sie noch unbedingt am Wasser bei Friedrichshafen verputzen wollte. Auf dem kurzen Weg nach Friedrichshafen schlief sie zwar sofort ein, sodass kurz die Überlegung aufkam, ob es nicht doch besser sei, direkt ins Hospiz zurückzufahren. Aber wie hätte man ihr das dann beim Aufwachen erklären sollen? Und so bekam Frau S. ihren Eisbecher! Und wie er ihr schmeckte! Zum Glück hatte sich das Team für den Stopp entschieden. Die Rückfahrt verlief unkompliziert und ohne besondere Emotionen, da Frau S. die ganze Fahrt tief und fest schlief.

Für die Wunscherfüller blieb am Ende des langen Tages mal wieder das dankbare Gefühl zurück, trotz zurzeit aller aufwendigen Maßnahmen wie FFP2 Maske und negativem Coronatest, einen letzten Wunsch erfüllt haben zu können.

Wer den Bericht zur Fahrt sehen möchte:

https://www.regio-tv.de/mediathek/video/unterwegs-im-wuenschewagen-noch-einmal-den-bodensee-sehen/

 

 

                                                                                                                                                         U.Firnhaber

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Wenn ich noch einen Wunsch frei hätte…

Wenn ich noch einen Wunsch frei hätte…
 
Der Wünschewagen Allgäu/Schwaben erfüllte einen letzten Herzenswunsch
Vor kurzem erreichte der Wunsch einer Schwäbin das Team des Wünschewagen Allgäu/Schwaben: „Wenn ich noch einen letzten Wunsch frei hätte, dann würde ich gerne noch einmal meinen Lieblingstieren, den Raubkatzen ganz nah kommen.“ Kein ungewöhnlicher Wunsch für die Koordinatorin Sonja Hujo, aber in Zeiten von Corona eine Herausforderung.
 
Die Pandemie macht vieles anders als gewohnt, einige Dinge sind nicht möglich und einige, unter anderem auch Wunschfahrten müssen noch sorgfältiger geplant sein. Für das Team stand aber von Anfang an fest…dieser letzte Herzenswunsch soll auf jeden Fall erfüllt werden. Ein angepasstes Hygienekonzept, welches einen Negativ-Test aller Beteiligten verlangt, sowie das Arbeiten mit FFP2-Masken und Handschuhen machte es möglich, diese Fahrt zu planen. J
 
Jetzt galt es nur noch einen Zoo zu finden, der seine Türen für diese Aktion öffnet. Fündig geworden ist die Koordinatorin beim Raubtier- und Exotenasyl e.V. Ansbach. Der Verein ist eine Auffangstation für in Not geratene Raubkatzen und Exoten aller Art. Ziel der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter ist es, Tieren aus illegaler oder schlechter Haltung ein artgerechtes neues Leben zu bieten. Dabei werden sie von einer hauptamtlichen Tierpflegerin und einem Bundesfreiwilligen unterstützt. Auf die Anfrage, ob es die Möglichkeit gibt, bei einem Rundgang und einer Fütterung nah an die Tiere heranzukommen, sagte die Vorstandschaft des Vereines spontan Unterstützungzu. Nachdem die Zustimmung zum Besuch der Einrichtung vom Gesundheitsamt Ansbach erfolgt war, konnte die insgesamt 95. Wunschfahrt starten.
 
Am Montag machten sich die drei Wunscherfüller Marinna, Edi und Claudia auf den Weg nach Schwaben, wo sie von einer sehr aufgeregten Steffi und ihrem Begleiter erwartet wurden. Steffi hatte in der letzten Nacht sehr unruhig geschlafen, freute sich aber dennoch auf den Ausflug. Nachdem alles eingepackt war, machte sich der Wünschewagen auf die knapp zweistündige Fahrt ins verschneite Ansbach.
 
Dort angekommen, begrüßte ein Teil der Vorstandschaft die Gruppe sehr herzlich. In einer gemeinsamen Schneeschipp-Aktion wurde die Zufahrt für den Wünschewagen vom Schnee befreit und Steffi konnte auf der Trage ins Tigercafe gebracht werden. Von dort hatte sie dann den ersten Blickkontakt mit Boris, dessen Käfig nur wenige Meter entfernt war. Steffi war von dem fast 220 kg schweren sibirischen Tiger sofort begeistert. Das Team des Raubtierasyls erzählte von der Gründung des Vereins, über die verschiedenen Tier, die in der Einrichtung untergebracht sind, aber auch von den Schwierigkeiten, welche es in der Pandemie zu bewältigen gibt. Leider ließen es die Schneeverhältnisse und der Gesundheitszustand von Steffi nicht zu, mit dem Rollstuhl einen Rundgang zu unternehmen. Spontan wurde eine virtuelle Führung organisiert, auf der eine Reihe von Fotos und Videos entstanden sind, die sich Steffi danach anschauen konnte. Aber es sollten auch noch einige Highlights auf sie zukommen.
 
Jetzt war es an der Zeit Steffis Herzenswunsch, eine Raubkatze zu streicheln, in Erfüllung gehen zu lassen. In Ansbach werden nicht nur große Raubtiere, sondern auch kleine Raubtiere und andere Exoten gepflegt. Unter anderem auch Tila, ein kleines Frettchen, mit dem Steffi Bekanntschaft schließen durfte. Sie hat das kleine, zutrauliche Raubtier sofort in ihr Herz geschlossen, so dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter schon scherzhaft androhten, am Ende des Besuches eine Taschenkontrolle vorzunehmen. Steffi und Tila hatten einen sehr innigen Moment, das kleine Frettchen kuschelte sich an und Steffi konnte gar nicht genug von dem kleinen wuseligen Fellknäuel bekommen. Nur schweren Herzens trennte sie sich von Tila. Aber nur kurze Zeit später wurde Toby ins Tigercafe gebracht. Toby ist ein 8 Jahre alter Bengalkater, der an Menschen gewohnt ist und sich auch streicheln lässt. Nachdem sich die beiden mit Abstand aneinander gewöhnen konnten, suchte Toby den Kontakt und ließ sich von Steffi streicheln und kraulen. Beide genossen diesen Moment sichtlich. Zum Abschluss bekam Steffi noch einen weißen Plüschtiger, angezogen mit einem Hoodie des Raubtierasyls von den beiden Vorstandsmitgliedern geschenkt.
 
Nach einer herzlichen Verabschiedung, trat der Wünschewagen Allgäu/Schwaben die Rückreise an. Zuhause angekommen, verabschiedete sich Steffi erschöpft, aber glücklich von den drei Wunscherfüllern ....
 
Geschrieben von unserer Wunscherfüllerin Claudia Lijsen.

 

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Noch einmal die Enkel besuchen ....

Wie fühlt man sich wohl, wenn man seit Monaten nicht mehr seine Wohnung verlassen konnte und plötzlich durch den Wünschewagen genau diese Chance bekommt? Unser Fahrgast Herr K. wollte unbedingt ein letztes Mal seine Tochter und seine geliebten Enkel in deren Wohnung besuchen.

 

Aber da sein immer schlechter werdender Allgemeinzustand ein Verlassen seiner Wohnung im 5. Stock unmöglich machte, wollten wir (Melanie, Brigitte und Alois) ihm diesen Traum gerne erfüllen. Und so ging es für uns diesmal – da der Münchner Wünschewagen gerade in Reparatur war –  vom Allgäu in die Großstadt München.

 

Als wir beim Ehepaar K. ankamen waren sie sichtlich nervös, aber voller Vorfreude. Die fünf Stockwerke brachten wir mit unserem Raupenstuhl problemlos hinter uns und los ging es quer durch den Münchner Großstadt-Dschungel. Herr K. war sichtlich gerührt "sein Viertel" mal wieder zu sehen und versuchte auch erst gar nicht, seine Rührung und seine Gefühle vor uns zu verbergen.

 

Bei der Tochter angekommen wurden wir schon an der Haustüre von den beiden Enkeltöchtern herzlich empfangen. Auch dort flossen Tränen der Freude! Herr K. machte es sich mit unserer Hilfe am Esstisch bequem, und wir zogen uns nach Rücksprache für drei Stunden zurück. So hatte die Familie die Gelegenheit unter sich zu sein und die Zeit gemeinsam zu genießen.

 

Am frühen Abend kehrten wir Wunscherfüller wieder zur Familie zurück, um einen sehr erschöpften aber auch sehr glücklichen Fahrgast wieder abzuholen. Frau K. hingegen gab unserem Team im Auto noch eine kleine "Stadtführung" und erzählte über die Sehenswürdigkeiten, an denen wir vorbeikamen. Mit Hilfe des Schwiegersohnes meisterten wir die fünf Etagen hinauf in die Wohnung und konnten nach einem letzten Foto mit den Wunscherfüllern Hr. K. mit seiner Frau nach einem gelungenen Nachmittag zufrieden verabschieden

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Noch einmal die Elefanten sehen ...

Wie fühlt man sich wohl, wenn man seit Monaten nicht mehr seine Wohnung verlassen konnte und plötzlich durch den Wünschewagen genau diese Chance bekommt? Unser Fahrgast Herr K. wollte unbedingt ein letztes Mal seine Tochter und seine geliebten Enkel in deren Wohnung besuchen.

 

Aber da sein immer schlechter werdender Allgemeinzustand ein Verlassen seiner Wohnung im 5. Stock unmöglich machte, wollten wir (Melanie, Brigitte und Alois) ihm diesen Traum gerne erfüllen. Und so ging es für uns diesmal – da der Münchner Wünschewagen gerade in Reparatur war –  vom Allgäu in die Großstadt München.

 

Als wir beim Ehepaar K. ankamen waren sie sichtlich nervös, aber voller Vorfreude. Die fünf Stockwerke brachten wir mit unserem Raupenstuhl problemlos hinter uns und los ging es quer durch den Münchner Großstadt-Dschungel. Herr K. war sichtlich gerührt "sein Viertel" mal wieder zu sehen und versuchte auch erst gar nicht, seine Rührung und seine Gefühle vor uns zu verbergen.

 

Bei der Tochter angekommen wurden wir schon an der Haustüre von den beiden Enkeltöchtern herzlich empfangen. Auch dort flossen Tränen der Freude! Herr K. machte es sich mit unserer Hilfe am Esstisch bequem, und wir zogen uns nach Rücksprache für drei Stunden zurück. So hatte die Familie die Gelegenheit unter sich zu sein und die Zeit gemeinsam zu genießen.

 

Am frühen Abend kehrten wir Wunscherfüller wieder zur Familie zurück, um einen sehr erschöpften aber auch sehr glücklichen Fahrgast wieder abzuholen. Frau K. hingegen gab unserem Team im Auto noch eine kleine "Stadtführung" und erzählte über die Sehenswürdigkeiten, an denen wir vorbeikamen. Mit Hilfe des Schwiegersohnes meisterten wir die fünf Etagen hinauf in die Wohnung und konnten nach einem letzten Foto mit den Wunscherfüllern Hr. K. mit seiner Frau nach einem gelungenen Nachmittag zufrieden verabschieden

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Von Bad Hindelang nach Kressbronn zum Segeln - unsere 80. Wunschfahrt

Die Fahrt begann um 7:20 Uhr und führte uns in das ASB Seniorenheim nach Bad Hindelang. Vereinbarungsgemäß sind wir dort pünktlich angekommen und wurden von der vor dem Haus wartenden Begleitperson unseres Fahrgastes herzlich begrüßt.
Nachdem wir unseren Fahrgast eingeladen hatten, ging es über Immenstadt auf die Bundesstraße 308, vorbei am wunderschön gelegenen Großen Alpsee, weiter über Oberstaufen und das sogenannte „Paradies“ (kurvenreiche Strecke), von Lindenberg im Allgäu über das Rohrach nach Lindau und weiter nach Kressbronn zum Hafen. Unser Skipper wartete bereits auf unsere Ankunft.
 
Unser Wunscherfüller Joseph ist im Besitz eines Segelscheines. Er war an dem Tag der Skipper auf dem Boot und wurde vom Skipper Michael unseres Bootsverleihers unterstützt. Nachdem wir unseren Fahrgast, einen leidenschaftlichen Segler, auf dem Segelboot platziert und wir selbst Platz genommen hatten, hieß es „Leinen los“. Zuerst mussten wir an den restlichen im Hafen liegenden ca. 670 Booten vorbei zur Hafeneinfahrt, um dann auf große Fahrt gehen zu können. Wir nahmen Kurs auf Lindau. Joseph hatte im Vorfeld bereits angedeutet, dass es aufgrund der Wetterlage und des strahlenden Sonnenscheines nicht viel Wind geben wird. So setzten wir unsere Fahrt mit Hilfe des Motors Richtung Lindau fort. Auf die Frage an unseren Fahrgast, ob es ihm gefällt, kam nur ein kurzes Kopfnicken. Claudi hatte im Vorfeld bereits mitgeteilt, dass unser Fahrgast ein „Allgäuer Muhaggel“ sei, der nicht viel von sich gibt. Seine Begleitperson war dafür umso redseliger. Als wir gegen 14:30 Uhr hinter Lindau Richtung Bregenz unterwegs waren, kam etwas Wind auf, ausreichend, damit wir die Segel setzen konnten. So schipperten wir kreuz und quer über den Bodensee und erreichten um 17 Uhr wieder den Yachthafen von Kressbronn. Joseph steuerte das Boot die ganze Zeit fachmännisch und anschließend wieder an seinen Liegeplatz problemlos zurück.
 
Nach dem Segeltörn waren wir alle hungrig und fuhren anschließend nach Lindau in einen Biergarten zum Essen. Dabei stellten wir alle fest, dass wir auf dem Wasser etwas Farbe bekommen hatten. Die Heimfahrt führte uns über die gleiche Strecke von Lindau über die Bundesstraße 308, dem Paradies, zurück nach Bad Hindelang. Dort kamen wir um 21 Uhr nach einem langen und anstrengenden Tag, auch für unseren Fahrgast, an. Als wir ihn an das Pflegepersonal vom Heim übergeben hatten und uns von ihm verabschiedeten, zeigte unser Fahrgast Emotionen. Mit feuchten Augen und leicht zittriger Stimme kam der Spruch „Danke für diesen tollen Tag“ über seine Lippen.
Das Besondere an dieser Wunschfahrt war, dass uns Nic, ein Auszubildender im 3. Lehrjahr einer Stuttgarter Videoagentur, den ganzen Tag begleitete und Aufnahmen im Rahmen eines Projektes über den gesamten Ablauf der Wunschfahrt machte. Aufgrund einer der letzten Wunschfahrten im Juli hat sich ein Angehöriger gemeldet, dass er uns unterstützen möchte. Mit seiner eigenen Video- bzw. Filmagentur würde er für uns ein kostenloses kleines Imagevideo erstellen, das wir für Werbezwecke dann verwenden können. Dass dieses Versprechen so schnell eingelöst wurde, fand bei uns allen große Anerkennung. Als sich Nic am Abend von uns verabschiedete, bedankte er sich, dass er durch sein Projekt ein Teil dieser Wunschfahrt sein durfte und fand es toll, das es den Wünschewagen in dieser Form überhaupt gibt. Dieser Tag sei eine Bereicherung in seinem Leben.
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Noch einmal die Tochter sehen, sprechen, fühlen ....

Auf der Wunschfahrt Mitte Juli nach Garmisch auf die Intensivstation begleiteten wir eine Mutter auf einem schweren Weg zu ihrer kranken Tochter, aber es war zugleich auch ein sehr glücklicher Tag für unseren Fahrgast.

Mittwochmorgen fuhren wir drei Wunscherfüller los, um die hochbetagte Dame abzuholen. Sie ist rollatormobil in ihrer Wohnung im 1. Stock, die sie gemeinsam mit einer ihrer Töchter bewohnt.

Treppen sind längst ein unüberwindbares Hindernis geworden.

 

Der Wunsch von Frau R., ihre schwerkranke Tochter (65 Jahre) zu besuchen und sie vielleicht ein allerletztes Mal zu sehen, weil sie wahrscheinlich ihre Krankheit nicht überleben wird, sollte heute in Erfüllung gehen. Wir trafen eine Frau, die bei der Begrüßung ein wenig weinen musste, weil sie ihre Tochter seit 11 Monaten – solange liegt diese bereits im Krankenhaus – nicht mehr gesehen hatte und sich doch solche Sorgen um sie mache. Ihre nächste Sorge betraf dann die Treppe, die wir sie hinuntertragen wollten, weil wir uns doch so viel Mühe machen müssten. Aber schließlich konnte sie unsere Hilfe gut annehmen. Als Frau R. im Hof ankam, hatte sie nach vielen vielen Wochen ihre Wohnung zum ersten Mal wieder verlassen.

 

Auf der Fahrt im Wünschewagen plauderte Frau R. aus ihrem Leben, mit fast 93 Jahren konnte sie auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Auch die Tochter, die sie begleitete, konnte mir sehr viel erzählen. Als beide nach über einer guten Stunde Fahrzeit bemerkten, dass wir uns Garmisch näherten, wurden sie aber ganz still. Wir ließen sie schweigen.

 

Ins Krankenhaus durfte in der „Corona-Zeit“ nur eine von uns drei Wunscherfüllerinnen mit rein.

 

Es mussten noch direkt hinter dem Eingang die Besucherzettel ausgefüllt werden, eine Toilette galt es noch zu finden (haben keine extra für Behinderte gefunden) und schließlich suchten wir den Weg zur Intensivstation. Die Mutter wurde so langsam nervös, drückte das Taschentuch, das sie seit wir sie in ihrer Wohnung abgeholt haben, in ihrer Hand hielt, immer fester zusammen und presste die Hände an ihre Brust (nein, keine Schmerzen, aber Herzklopfen habe sie schon).

 

Der Pfleger, der uns die Türe zur Intensivstation öffnete, begrüßte uns ganz freudig und erzählte uns, dass Frau B. – die kranke Tochter – schon ganz sehnsüchtig warte und heute noch besser drauf sei als gestern und vorgestern. Allen erzähle sie seit Tagen, dass ihre Mutter sie besuchen käme.

 

Im Patientenzimmer gab es trotz sichtlich geschwundener Kräfte ein großes Hallo und natürlich flossen bei Mutter und Tochter Tränen. Wiedersehensfreude. Auch bei der anderen Tochter.

Grüße wurden ausgerichtet, dann folgte langes Schweigen. Es war kein verlegenes Schweigen, keine bedrückende Stille. Es war traute Zweisamkeit zwischen Mutter und Tochter, die sich einfach nur an den Händen hielten, wortlose Einigkeit. Es passiert ja auch nicht mehr allzu viel im Leben der beiden Frauen, über das sie hätten reden können. Angst vor dem Sterben wurde nicht thematisiert. Beide Frauen haben sich immer wieder an den Armen und im Gesicht gestreichelt.

 

Nach etwa 2 Stunden wurde Frau B. für einen weiteren operativen Eingriff vorbereitet (der hätte eigentlich bereits am Vormittag stattfinden sollen – ein Schwammwechsel bei abdomineller Wundheilungsstörung nach den zahlreichen Operationen – wurde aber extra wegen des anstehenden Besuches auf den Nachmittag verschoben) und Mutter und Tochter verabschiedeten sich schweren Herzens voneinander. Klar, dass es nicht ohne Tränen ging. Um kurz nach 14 Uhr verließen wir die Intensivstation, auf meine Frage an unseren Fahrgast, wie es ihr denn nun gehe, sagte sie, sie sei sehr traurig, weil sie Elke vielleicht nicht mehr wiedersehen wird. Dann schniefte sie, schnäuzte in ihr Taschentuch, nahm meine Hand, drückte sie ganz fest und sagte, sie sei aber auch sehr dankbar und glücklich, weil sie sie heute habe sehen, sprechen und berühren dürfen. „So, und nun halte ich es vor Hunger nicht mehr aus, ich hatte vorhin auf der Herfahrt schon Hunger, weil ich zum Frühstück kaum was gegessen habe“

 

Claudia und Cordula hatten zwischenzeitlich ein hübsches Restaurant für uns ausfindig gemacht, zu dem wir fünf nun spazierten. Am Fuße der Sprungschanze bestellten wir Schnitzel und unser Fahrgast hatte wirklich großen Appetit und zudem ist ihr im Restaurant bewusstgeworden, dass sie gerade auch noch einen wunderschönen Ausflug macht „wahrscheinlich der letzte in meinem Leben“…. Bei Tisch gab es übrigens noch einige spannende Berichte aus dem Leben der beiden Damen.

 

Irgendwann waren die Schnitzel, Pommes und Spätzle verdrückt, alle satt und zufrieden und wir machten uns auf den Heimweg. Wieder in Sonthofen angekommen trugen wir eine müde aber glückliche Mutter in den 1. Stock und sie war so dankbar für diesen Tag, an dem sie noch einmal

ihre Tochter sehen durfte. Berührend. Wunderbar. Wertvoll. Es hat sich wirklich gelohnt, einen freien Tag für so eine schöne Fahrt zu verwenden.

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Der Sonne entgegen!

Er träumte seit langen davon, einmal den Sonnenaufgang auf dem Säntis in der Schweiz erleben zu dürfen -  und dann kam Corona. Aber wer ein Ziel hat und dafür kämpft, wird manchmal dafür auch belohnt.

Und so starteten unsere Wunscherfüller, Christoph, Uta und Sonja mitten in der Nacht, um Herrn G. im Hospiz Lindau abzuholen und pünktlich um 4:30 Uhr an der Talstation der Seilbahn zu sein.

Von Müdigkeit bei dem Fahrgast war nichts zu spüren. Unseren Rollstuhl lehnte er kategorisch ab, holte seine verschiedenen Fotoapparate und sein Fernglas aus seiner Tasche und fing an zu genießen! Zahlreiche Fotos wurden in allen Himmelsrichtungen geschossen und das bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt.

Um den besten Blick zu haben, mussten allerdings zahlreiche Stufen bewältigt werden. Und das wollte unser Fahrgast unbedingt zu Fuß schaffen. Mit Stock in einer Hand und Unterstützung unsererseits auf der anderen Seite hat er auch diese Kraftanstrengung gemeistert. Und er wurde belohnt!

Was für ein Ausblick als sich die glutrote Sonne im Osten langsam über die Berge schob, die letzten Wolkenreste verschwanden, und wir nun ihre Wärme genießen durften. Da fiel es uns allen schwer sich nach einiger Zeit von dem Anblick zu trennen. Aber der Gedanke an einen heißen Kaffee und ein leckeres Frühstücksbuffet überzeugte uns. Die Stärkung und die Pause tat uns allen gut.

Nach einem Rundgang durch die dortige Ausstellung war dann beim Fahrgast die Erschöpfung deutlich zu spüren und so ging es mit der Gondel wieder hinab ins Tal. Wer hätte gedacht, dass Herr G. diesen Traum noch erleben dürfte. Wir nicht!

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Zurück nach Hause ....

Auch, wenn die Corona-Krise nach wie vor existent ist, sind wir mit unserem Wünschewagen wieder im Einsatz und erfüllen letzte Wünsche, wie den von Karl-Heinz.


Unter strengen hygienischen Standards und gemäß der behördlichen Vorgeben ging es fir unser Team los......

 

Zurück nach Hause
…von der Innenstadt der Metropole München in einen Vorort von Dresden.


Ein Umzug ist ein aufregendes und anstrengendes Unterfangen, selbst wenn man gesund ist. Ohne die Unterstützung von Familie und Freunden ist das nicht zu stemmen. Was aber, wenn man selbst schwer krank geworden ist, nur noch liegend transportiert werden kann und von Zeit zu Zeit auf Sauerstoff angewiesen ist? Das Vorhaben rückt ins Unmögliche! Für Karl-Heibz F. hat alles danach ausgesehen, als ob er wegen einer schweren Krebserkrankung sein eigens entworfenes und eben fertiggestelltes Haus auf dem Grundstück, auf dem er aufgewachsen ist, nicht mehr gesehen hätte, ein Herzenswunsch, den der Wünschewagen des ASB Allgäu/Schwaben am Wochenende doch noch erfüllen durfte.


Als wir, das Wünschewagenteam, in München ankommen, ist schon alles vorbereitet. Bekannte, Arbeitskollegen, Freunde und Familie sind da und freuen sich riesig über unsere Ankunft. Alles Gepäck ist in die Autos verladen und Karlheinz treffen wir voller Vorfreude in seiner Wohnung. Kein Grund also abzuwarten, denn die Fahrt, die uns bevorsteht ist lange genug. Von München aus geht es in ein Vorort von Dresden, eine 470 km lange und bei normalem Verkehr ca. 5 Stunden in Anspruch nehmende Reise.
Auf einem Rastplatz in der Nähe von Hof machen wir einen Fahrerwechsel. Die Sonne scheint eifrig an diesem Tag und Karl-Heinz wünscht sich nach draußen an die frische Luft. Als er auf seiner Liege auf dem menschenleeren Parkplatz die Sonne genießt erzählt er uns, dass er die letzten 7 Monate seine Wohnung nur noch einmal verlassen hat, und zwar im Krankenwagen zur Untersuchung ins Krankenhaus. Das Urteil ist vernichtend: Nach Jahren des Kampfes gegen die Krankheit, etlichen OPs, Bestrahlungs- und Chemotherapien, hat er „Krebs im Endstadium“, Metastasen im ganzen Körper, keine Behandlung ist mehr Erfolgsversprechend, die palliativmedizinische Versorgung wird empfohlen. Für Karl-Heinz ist es also nach 7 Monaten das erste Sonnenbad. Voller Vorfreude nimmt er sich vor, möglichst viel von der Zeit, die ihm noch bleibt, auf seiner Terrasse im Freien zu verbringen, bisher eine Unmöglichkeit in der Münchner Wohnung im dritten Stock ohne Balkon.


Die restliche Fahrt schwärmt Karlheinz von seinem selbst entworfenen Haus, wie vom Paradies und als wir gegen 17:00 Uhr endlich angekommen sind, werden unsere hohen Erwartungen nicht enttäuscht. Es ist ruhig, man hört die Vögel zwitschern, der Verkehrslärm, der in München noch Tag und Nacht zu hören war, bleibt aus. Auf das Grundstück seiner Eltern, auf dem er aufgewachsen ist, hat Karl-Heinz schon vor einigen Jahren begonnen ein neues Haus zu bauen. Durchdacht, modern, hell und mit einem schönen und großen Garten. Es sollte sein Haus werden, in dem er zusammen mit seiner Frau alt werden und seinen Lebensabend verbringen wollte. Die Freude, endlich dort angekommen zu sein, war für Karl-Heinz und seine Frau umso größer, nachdem dieses feste Vorhaben in den letzten Wochen und Monaten immer Mehr zum letzten Wunsch geworden ist.

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Noch einmal in den Zoo…

... so lautete der Wunsch für unsere Fahrt am 15.Februar 2020.

Als wir am Morgen des Tages im Stützpunkt ankamen, versprach der Tag schon schön zu werden. Die Sonne zeigte sich schon von ihrer besten Seite.

Unsere Anfahrt dauerte nicht lange und wir durften unseren heutigen Fahrgast Herr E. aus Kaufbeuren begrüßen. Auch freuten sich seine Tochter und ihr kleiner Sohn auf den heutigen Tag, die als Begleitung mit dabei waren. Der seit drei Jahre an ALS erkrankte Fahrgast freute sich sichtlich sehr auf unseren heutigen Ausflug. Da Herr E. eine dauerhafte Beatmung benötigt, wurde er zusätzlich noch von einer ihm vertrauten Pflegekraft der 24-Stunden-Intensiv-Beatmungspflege betreut.

Die Fahrt ging nach München in den Tierpark Hellabrunn. Nachdem wir den üblichen Münchner Stauverkehr hinter uns gelassen hatten, wurden wir von einem sehr netten Mitarbeiter des Parks herzlich willkommen geheißen; es war unglaublich schön, mit so offenen Armen empfangen zu werden. Alles war organisiert, und wir durften mit dem Wünschewagen direkt über einen Seiteneingang auf das Parkgelände fahren.

Der Enkel von Herr E. war sichtlich begeistert und freute sich auf den gemeinsamen Zoo-Tag mit seinem Opa. Frau E. erzählte beim Rundgang durch den Park, dass ihr Vater früher sehr gerne in Tierparks ging. Deswegen sei er auch so traurig, dass er so ein tolles Erlebnis mit seinem Enkelkind nicht mehr wahrnehmen könne, da er den ganzen Tag zuhause an seine Beatmung ‚gefesselt‘ sei.

Unseren ersten Stopp legten wir beim Affenhaus ein. Der Fahrgast genoss die Zeit, Ruhe und die Möglichkeit die Affenfamilie zu beobachten. Viele weitere Stopps folgten, u.a. beim Elefanten- und Giraffenhaus oder der Dschungelwelt, in der zwei prächtige Löwen sich in der Sonne einen Mittagsschlaf gönnten.

Herr E. genoss gefühlt jede Minute mit seiner Familie! Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie stark der Wille unseres Fahrgastes war: mehr als fünf Stunden hielt er es im Sitzen aus. Wenn man bedenkt, dass er seit langer Zeit nicht mehr gesessen war, sondern 24 Stunden des Tages liegend im Bett verbringt, war diese Tatsache nochmal viel beeindruckender zu sehen. Seine Tochter berichtete uns, dass ihr Vater die Woche zuvor täglich den Transfer vom Bett in den Rollstuhl mit seinen Pflegern geübt hatte, nachdem er erfahren hatte, dass sein Wunsch vom Wünschewagen-Team erfüllt werden würde.

Auf der Heimfahrt war Herr E. die ganze Zeit wach und er konnte es kaum erwarten, sein eigenes kleines Fotoalbum, dass er von uns als Abschiedsgeschenk erhalten hatte, in seinem Bett mit seiner Familie anzuschauen.

 

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Noch einmal das Musical „König Ludwig“ ...

...in Füssen erleben - ein letzter Herzenswunsch geht mit dem Wünschewagen in Erfüllung

Es gibt schöne Tage. Es gibt besondere Tage. Es gibt besonders schöne Tage, die für immer in Erinnerung bleiben. So einen Tag erlebten wir gestern.

Unsere Mutter, Rosmarie Eckart, erhielt im Mai 2019 die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs. Seit Ende Januar ist sie im Hospiz in Lindau – unserer Villa Sonnenschein. Sie genießt die liebevolle Fürsorge, ist glücklich. Als man sie fragt, ob sie noch einen Herzenswunsch hat – wünscht sie sich eine Fahrt nach Füssen ins Festspielhaus zu ihrem Lieblingsmusical „König Ludwig“, dass sie so oft schon gesehen hat und von Anfang an verzauberte.

Am 8. März ging bei strahlendem Sonnenschein ihr Herzenswunsch in Erfüllung.

Ein Dankeschön an das Festspielhaus Füssen, dass alle Karten zu Verfügung stellte und die Betreuung vor Ort. Ein Dankeschön an das gesamte Ensemble für eine wunderbare Vorstellung und so viele Gänsehautmomente und natürlich ein besonderes Dankeschön an unser wunderbares Team vom Wünschewagen, das die Erfüllung des letzten Herzenswunsches unserer Mutter erst möglich machte. Sie konnte ihr Glück nicht fassen, als ihr am Ende des Abends auch noch ein Fotoalbum überreicht wurde mit den schönsten Eindrücken des Tages.

Bericht von Heike Eckart (Tochter)

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Ringelstetter? Schon mal gehört, aber wer ist das nochmal genau?

 

..... das wusste unser Fahrgast nur zu genau, denn er verfolgt jede seiner Sendungen im BR. Und so war es nicht verwunderlich, dass der an ALS erkrankte Herr W. sich sehnlichst wünschte, einmal bei so einer Fernsehaufzeichnung dabei zu sein, solange er körperlich dazu noch in der Lage sei.

Und so holten wir ihn im Hospiz in Kempten ab, wo er uns schon mit Stiefeln an den Füßen und mit neuem Haarschnitt lachend empfing. Unser Fahrgast strahlte so eine Vorfreude aus und kommunizierte die ganze Zeit mit seinem Tablet, dass es eine sehr fröhliche und kurzweilige Fahrt für uns alle wurde (incl. Stopp bei Mc Donalds). 

Auch das Management beim BR war perfekt: wir durften direkt vor dem Einlass parken, wurden von allen persönlich begrüßt und durften als erstes in die Halle, damit wir in Ruhe einen guten Platz aussuchen konnten.

Das Team hatte sogar an einen extra Monitor für Herrn W. gedacht, damit er wirklich alles ohne Anstrengung sehen konnte. Danke für diesen Einsatz! Wir durften sogar kurz vor der Sendung extra Fotos mit Herrn Ringelstetter machen – was für eine Freude für Herrn W.

Die 2 stündige Aufnahmezeit im Studio war für Herrn W. zwar anstrengend, liegt er im Hospiz doch die meiste Zeit im Bett, aber er wollte die Sendung unbedingt vom Rollstuhl aus verfolgen und nicht von der Liege aus! Wir waren zwar sehr kritisch, ob er es schaffen würde, aber sein eiserner Wille hat ihn nicht verlassen. Er hat es geschafft!

Zurück im Wünschewagen war ihm aber nun deutlich anzumerken, wie anstrengend der Ausflug für ihn war. Er bekam starke Schmerzen, sodass Claudia, unsere Wunscherfüllerin, die ihn auch schon aus dem Hospiz kannte, seine Bedarfsmedikation an Morphin spritzte. „Morphin ist ein geiles Zeug“ – schrieb darauf Herr W. grinsend auf sein Tablet.

Ich wünsche ihm von Herzen, dass er weiterhin, seinen Humor behält und die Krankheit so leichter ertragen kann.

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Noch einmal im Leben ein Besuch bei den Raubkatzen

 ...... einmal noch ein Besuch im Zoo Augsburg mit ihren Töchtern. Das war der Wunsch von Frau Sabine Wolff. Dort haben ihr es besonders die Raubkatzen angetan. Das nicht ohne Grund, denn in den 70-er Jahren war die gelernte Geflügelzüchterin selbst Tierpflegerin bei den Löwen, Tigern, Pumas und Hyänen im Zoo Augsburg. Am 18.12.2019 war es dann soweit. Nachdem der Wünschewagen Allgäu/Schwaben im November seinen 1. Geburtstag gefeiert hatte, stand das nächste kleine Jubiläum an. Die Wunscherfüller Marianne, Harald und Tillmann brachen zur 50. Wunschfahrt auf. Bei für die Jahreszeit ungewöhnlich warmen Temperaturen holten die ehrenamtlichen Mitarbeiter ihren Fahrgast zuhause ab. Dort wurden sie von Frau Wolff und ihren Töchtern Anita und Martina schon gespannt erwartet. Nach einer kurzen, aber sehr entspannten Fahrt wurde das Fahrziel überpünktlich erreicht.

Im Zoo angekommen blieb noch Zeit für einen Rundgang durch die gesamte Anlage. Frau Wolff erzählte von ihrer Zeit als Tierpflegerin und beschrieb, welche Tiere und Anlagen zu ihrer Zeit vorhanden waren und zeigte sich überrascht, wie sich der Zoo in den letzten Jahren vergrößert hat.

Am Löwenhaus angekommen, wurde die Gruppe von Tierpfleger Felix Riedel in Empfang genommen, der einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen möglich machte. Nur ein Gitter trennte Frau Wolff von den großen Raubkatzen. Lange verweilte sie bei Löwin Kiera, aber auch den beiden Tigern Djahla und Berani und der Hyänendame Lea wurde ein Besuch abgestattet. Nach einer Stärkung mit Kinderpunsch und Würstchen ging es noch einmal zu den Außengehegen. Lange beobachtete Frau Wolff die vielen Paviane und ab und zu zeigte sich ein Lächeln in ihrem Gesicht.

Zur Jubiläumsfahrt kam noch eine 4. Wunscherfüllerin zum Team hinzu. Die Ehrenamtliche Claudia überreichte Frau Wolff zur obligatorischen Blume im Wünschewagen noch einen Blumenstrauß. Frau Wolff und ihre Töchter freuten sich sehr über diese Aufmerksamkeit und bedankten sich herzlich beim Team, den Koordinatoren und allen, die es möglich gemacht haben, dass ihrer Mama noch dieser eine Wunsch erfüllt werden konnte.

Es war für alle ein wunderschöner Tag, der trotz der Strapazen viel zu schnell vorbei war.

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Ein letztes Mal mit der besten Freundin Kaffee trinken …

… dieser unglaublich wertvolle Wunsch erreichte das Team des Wünschewagens Allgäu/Schwaben im November letzten Jahres. Am 22.11.19 ermöglichten wir der 95-Jährigen Anni Brög einen letzten Besuch bei Ihrer besten Freundin in ihrem Heimatort Schöllang im wunderschönen Allgäu. Begleitet wurde Anni Brög von Ihrem Sohn.

Auf dem Weg zur Freundin haben wir noch einen kurzen Halt an der Burgkirche Schöllang gemacht und den angrenzenden Friedhof besucht.

Auf dem Friedhof konnte Anni Brög gemeinsam mit ihrem Sohn in Erinnerungen an bereits verstorbene Angehörige schwelgen.

Das Wetter zeigte sich nun von der besten Seite und bei strahlendem Sonnenschein bekamen wir fachkundige Auskunft über die sichtbaren Berge.

Anschließend fuhren wir dann gemeinsam zu ihrer Freundin weiter. Hier wurden wir schon sehnsüchtig und voller Vorfreude erwartet. Es wurde Kuchen aufgetischt und Kaffee getrunken, alte Geschichten von früher ausgeplaudert und viel gelacht.

Zurück im Pflegeheim, bedankte sich Frau Brög mit den Worten: Es war ein sehr schöner Tag. Vielen Dank.

Wir danken Frau Brög und ihrem Sohn, dass wir sie an diesem Tag begleiten durften!

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Ein letztes Mal nach Hause zu meinen Tieren

Am 09. November konnten wir wieder einen wundervollen Herzenswunsch erfüllen. Frau Herm wollte gerne noch einmal nach Hause fahren, um Ihre Familie und Ihre Tiere zu sehen.

Unsere Wunscherfüller waren gegen 11:00 Uhr am Klinikum Kempten und Frau Herm erwartete uns schon sehr aufgeregt. Nach einer kurzen Fahrt ins umliegende Allgäu wurden wir vom Ehemann, der Tochter und der Enkelin zu Hause bereits sehnsüchtig erwartet. Nachdem wir alle gemeinsam Kaffee getrunken und Kuchen gegessen hatten, zogen wir Wunscherfüller uns für zwei Stunden zurück, damit die Familie die Zeit ganz ungestört miteinander verbringen konnte.

Frau Herm besuchte all ihre geliebten Tiere und genoss die Zeit, gemeinsam daheim im gewohnten Umfeld mit ihrer Familie. Nachdem wir uns von allen verabschiedet hatten, fuhren wir Frau Herm wieder zurück nach Kempten. Die ganze Familie und insbesondere Frau Herm waren sehr dankbar, für diesen gemeinsamen Tag.

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Ein letztes Mal meinem Eishockey-Verein ESVK beim Trainieren zusehen

Von der Leitung der Sozialen Betreuung des Pflegeheims Wiltschka GmbH, Frau Manthey, wurde wieder ein ganz besonderer Herzenswunsch an uns herangetragen. Der 59-Jährige Reini, der an Multipler Sklerose erkrankt ist, wollte gerne noch einmal ein Eishockey-Training seines Lieblingsvereins ESV Kaufbeuren live mit ansehen. Nach einigen Gesprächen mit der Presseabteilung des ESVK fand die Fahrt am 8. Oktober statt. Unser 3- köpfiges Team hat Reini im Pflegeheim Wiltschka GmbH abgeholt. Hier wurden wir schon herzlich vom ganzen Team in Empfang genommen, was uns natürlich riesig freute.

Nach kurzer Fahrzeit haben wir den Parkplatz an der "Skihütte Oberbeuren" in Kaufbeuren erreicht, von dem Reini einen herrlichen Blick auf seine vertraute Stadt hatte. Anschließend fuhren wir noch am Fliegerhorst Kaufbeuren vorbei, wo Reini früher seiner Arbeit nachging.  Danach war es endlich soweit. Wir erreichten die Erdgas Schwaben Arena, wo der ESVK trainiert. Als wir die Halle betraten war das Training schon voll im Gange. Während der Trainingspause kam der Trainer des ESVK zu uns und hat Reini ein Trikot mit allen Unterschriften der Mannschaft überreicht. Um Reini eine Überraschung zu bereiten, stellte sich die ganze Mannschaft im Kreis auf und klopfte mit den Schlägern auf das Eis, was einen Glücksgruß symbolisiert. Reini war vollig überwältigt und freute sich riesig. Kurz vor Trainingsende haben wir das Stadion dann verlassen und fuhren Reini zurück ins Pflegeheim. Dort angekommen, wurden alle Eindrücke und Erlebnisse dem Pflegepersonal erzählt. Mit dem von uns erstellten Fotoalbum, konnten sich die Pflegekräfte ein Bild von Reinis heutigem Tag machen.

Anschließend verabschiedeten wir uns von Reini und den Mitarbeitern des Pflegeheimes. Wieder einmal ging eine wunderschöne Wunschfahrt zu Ende.

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Auf die Hochzeit der Tochter

Und wieder erreichte uns ein ganz besonderer Wunsch, der über das Team des SAPV Kaufbeuren-Ostallgäu an uns herangetragen wurde. Unser Fahrgast möchte unbedingt auf die Hochzeit der Tochter gehen. Wir holten unseren Fahrgast am 14. September zu Hause ab und waren sehr überrascht, dass die Dame trotz ihrer Erkrankung pünktlich zu Abholzeit abfahrbereit und sehr schck gekleidet in der Küche saß und uns bereits erwartete. Wir konnten noch das letzte Zurechtmachen der Haare durchführen und ihrem Mann konnte einer unserer Wunscherfüller beim Binden der Krawatte tatkräftig unterstützen. Jetzt ging die Fahrt los zur Trauuung in die wunderschöne Wallfahrtskapelle St. Albach in Aitrang.   Auf einem wunderschönen Hügel gelegen, mit Blick über das Tal und auf die Bergkette der Allgäuer Alpen, trafen wir pünktlich ein. Unser Gast wurde herzlichst von allen Gästen empfangen und begrüßt. Kurz darauf starteten bereits die Feierlichkeiten in der Kirche mit großer Messe für die Brautleute. Nach guten 95 Minuten begann der große Auszug aus der Kirche und es folgte ein schöner Sektempfang unter zwei großen Apfelbäumen und vor einer grünen Wiese bei wunderschönem Sonnenschein und sehr warmen Spätsommertemperaturen. Natürlich dufrten auch hier mehrere Gesangseinlagen nicht fehlen. Sehr bemerkenswert war, dass unser Gast immer mehr mit den Gästen ins Gespräch kam und das Strahlen in den Augen wollte gar nicht mehr aufhören. Es wurden natürlich sehr viele Fotos gemacht, damit dieses große Fest in Erinnerung bleiben kann. Der Höhepunkt der Einlagen war, als der Bräutigam selbst mit zwei Gesangskollegen ein Lied für seine Frau und die Gäste sang mit dem Titel „Ich zeige Dir den schönsten Platz der Erde“. Schließlich ging es im großen Autokorso weiter zur Gaststätte an den Elbsee. Nach Kaffee und Kuchen und einem Blick auf diesen wunderschönen See, verließen dann jedoch unseren Gast die Kräfte und wir traten die Heimreise an. Zu Hause angekommen, wurden alle Eindrücke und Erlebnisse der Nachbarin erzählt und mit dem von uns erstellten Bilderalbum der heutige Tag nochmals zum Leben erweckt.

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Jerome im Legoland

Von einem ganz besonderen Gast erreichte uns vor einiger Zeit ein Wunsch: „Ich möchte unbedingt nochmal ins Legoland®.“ Aufgrund der Erkrankung spinale Muskelatrophie Typ 1 (künstliche Beatmung und Ernährung) von Jerome (9 Jahre) benötigten wir umfangreichere Vorbereitungen, um auch diesen Wunsch zu realisieren. Und so ging es Mitte August los mit Jerome, seiner Mama, einem Freund der Familie, 3 ehrenamtlichen Helfern, unserem Wünschewagen und einem weiteren Fahrzeug für die Mitnahme des speziellen Rollstuhls sowie in Begleitung einer Journalistin und einem Fotografen der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Bereits bei der Ankunft am Eingang zum Legoland® wurden der Wünschewagen und alle Begleiter von einer Vielzahl von anderen Besuchern des Parks wahrgenommen und bestaunt. Besonders als unter großem Hallo eine menschengroße Legoland® Figur und 2 Betreuer des Legolands® Jerome und alle seine Begleiter in Empfang nahmen. Bereits jetzt wurde eine Vielzahl von Fotos gemacht, um diesen herzlichen Empfang für immer festzuhalten. Dann ging die Rundtour durch das Legoland® los. Erste Station war das Miniland. Dort konnte Jerome bekannte Gebäude - natürlich aus Legosteinen - aus unterschiedlichen Städten sehen wie den Reichstag in Berlin, den Hamburger Hafen oder auch die Allianz Arena in München, das Schloss Neuschwanstein bei Füssen und nicht zuletzt verschiedene Stadtteile von Augsburg mit dem berühmten Rathaus. Und schon wieder ein Ereignis: Der Legolandexpress® fuhr in unmittelbarer Nähe an uns vorbei. Danach ging es weiter in die Lego® City und was für eine Überraschung wartete hier auf Jerome? Unter großem Jubel aller Begleiter bekam er eine große Schachtel überreicht! Eine große Ninjago® Figur aus Lego®. Er war total überwältigt und wollte unbedingt selber den Mitarbeitern DANKE sagen. Auf dem Weg kamen wir an einer Basketballstation vorbei. Die Mitarbeiter überlegten kurz, um uns dann jedem einen Freiwurf zu schenken. Leider hat keiner vom Begleitteam getroffen, jedoch umso größer die Überraschung, als uns die Mitarbeiter trotz unseres schlechten Ergebnisses einen riesigen Stoffhund überreichten. Weiter ging dieser ereignisreiche Tag mit dem Weg zum Legoland® Atlantis by SEALIFE® Auch wenn es sehr dunkel und laut war, konnte unser Gast mit großen Augen eine Wasserschildkröte und sogar Haie und Rochen in diesen herrlich angelegten Becken bestaunen. Anschließend war jedoch für alle dringend eine Pause notwendig. Mit Essen und Getränken kamen alle wieder zu Kräften, um den weiteren Rundgang noch zu absolvieren. Die Zeit war inzwischen so weit fortgeschritten, dass bereits die nächste große Überraschung auf unseren besonderen Gast wartete: Jerome ist der wohl größte Ninja Fan, den es gibt. In der Lego® Ninjago® World warteten deshalb bereits 3 echte Ninjago® Figuren auf Jerome. Meister Wu (Ausbilder und Mentor des Ninja Teams), der Ninja des Feuers Kai und der Ninja des Wassers Nya. Sie alle kamen, um Hallo zu Jerome zu sagen und mit ihm gemeinsam auf vielen Fotos dieses außerordentliche Treffen festzuhalten. Jede Minute wurde von ihm sichtlich genossen und wir alle hatten einen riesigen Spaß. Das Abnehmen der Sonnenbrille lehnte er jedoch ab, weil er seine Tränen des Glücks darunter verstecken wollte. Doch auch ein solcher Ausflug mit vielen Ereignissen und Abenteuern kostet einem kleinen Mann richtig Kraft und so war es keine Überraschung, als Jerome deutlich zum Ausdruck brachte, dass er jetzt wieder nach Hause möchte. Aber auf dem Weg Richtung Ausgang durfte dennoch nicht die Welt der Piraten mit einer großen Wasserrutsche ausgelassen werden. Genauso wie die Star Wars Welt mir den großen Lego® Figuren von Meister Yoda, Darth Vader und dem großen Rauschiff Falcon. Und dann war dann schon der Ausgang und es hieß Abschied nehmen von einem tollen und ereignisreichen Tag. Auf die Frage „Was hat Dir denn heute am besten gefallen?“ antwortete Jerome ohne zu zögern: „ALLES, aber besonders das Treffen mit Wu, Kai und Nya!“. Und wieder kam es zu einer Begegnung, die von uns diesmal nicht geplant war und auch bei uns immer wieder für große Freude bei dieser Aufgabe sorgt. Ein Mitarbeiter des Legolands® kam auf uns zu und schenkte Jerome seinen selbst angefertigte Legofigur mit dem Namen Basti drauf, welche bis dato Teil seines eigenen Namensschilds war. Nach der Weiterreise musste jedoch noch ein Besuch bei McDonalds sein, um diesen wunderschönen und auch emotionalen Tag einen schönen gemeinsamen Abschluss zu geben. Als wir die Hofeinfahrt erreichten bedankte sich bereits Jerome für das gute Nachhause-Bringen bei uns und „beauftragte“ den Freund der Familie als „besten Legobauer der Welt“ mit dem Zusammenbau des Lego® Geschenkes.

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Ein letztes Mal auf die Insel Mainau

Diesmal erreichte uns eine Anfrage vom Hospiz Allgäu in Kempten. Der große Wunsch des Gastes : „Noch einmal die Blumeninsel Mainau sehen“. Am Sonntag früh um 8:45 h ging es mit 2 ehrenamtlichen Begleitern bei strahlendem Wetter mit unserem Gast und ihrer Freundin los Richtung Bodensee. Der Gast war passend zum Ziel gekleidet. Die Hose und das Cappy waren bedruckt mit bunten Blumen. Die Fahrt verlief ohne große Behinderungen und bereits um 11 Uhr erreichten wir die Autofähre in Meersburg, um auf die andere Seite des Sees nach Konstanz zu gelangen. Bereits kurz hinter Lindau auf dem Weg nach Meersburg führte uns der Weg nahe entlang dem Bodensee und wir konnten alle immer wieder einen wunderbaren Blick auf diesen wunderschönen See einfangen. Nach der Überfahrt nach Konstanz und weiteren 3 km Fahrt erreichten wir den Eingang zur Blumeninsel Mainau. Mit einer Sondergenehmigung durften wir sogar direkt auf die Insel fahren, um unmittelbar den Rundgang zu beginnen. Unsere erste Station war sofort auf Wunsch unseres Gastes das Schmetterlingshaus. Nicht nur die herrlichen Blumen und Wasserfälle sondern eine Vielzahl von herrlichen und farbenprächtigen Schmetterlingen konnten wir bestaunen und aus nächster Nähe beobachten. Bei warmen Temperaturen viel der weitere Weg über die Insel nicht besonders schwer. Vorbei an einem Bergmammutbaum ging es weiter Richtung Würstchengrill. Bei Currywurst, Pommes und alkoholfreiem Bier haben wir uns für den weiteren Weg gestärkt. Der Rundgang führte uns weiter zum großartigen Schloss auf der Insel Mainau, über das Palmenhaus Richtung Hafen am anderen Ende der Insel. Jetzt hatten wir einen weiteren tollen Blick auf den Bodensee mit seinen vielen Segelbooten und sogar 2 großen Zeppelinen am Himmel. Mehr als die Hälfte des Rundweges waren damit geschafft. Es ist wirklich sehr beeindruckend, mit wieviel Liebe und Sorgfalt diese Blumenarrangements kreiert und gepflegt werden. Auch ein kleiner Einkauf mit neuem Cappy und T-Shirt durfte selbstverständlich nicht fehlen.  Am Ende erfolgte nochmals eine Stärkung bei einem Kaffee und Eis. Nach fast 5 Stunden traten wir erschöpft und erfüllt von den Eindrücken dieses Tages die Rückreise an. Auf der Rückfahrt wurde noch der Wunsch geäußert, bei einer bekannten Fastfoodkette nochmal einen richtigen Cheeseburger zu essen. Trotz der späten Ankunft um 20.45 Uhr hat unser Gast gleich dem Pflegepersonal in der Einrichtung viel von seinen Erlebnissen persönlich erzählt und stolz die erhaltenen Bilder gezeigt

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Ein letztes Mal auf die Freilichtbühne in Altusried