Demenzhilfe

„Wo ist der Schlüssel?“ Eine einfache Frage, die das komplexe Arbeitsfeld von Marlène Greising recht gut beschreibt. Aus zweierlei Sicht.

Seit Anfang 2012 leitet Marlène Greising vom ASB Allgäu in Kooperation mit dem Katholischen Frauenbund Immenstadt die Immenstädter Kontaktstelle der Demenzhilfe Allgäu.

Denn erstens beginnt Demenz bei vielen Menschen mit Fragen wie der nach dem verlegten Hausschlüssel. Die zunehmende Vergesslichkeit ist es, die Angehörige erstmals stutzig werden lassen. „Wo ist der Schlüssel?" – eine Frage, die aber auch aus Sicht der Angehörigen gestellt werden kann. In dem Sinne, ob es einen Schlüssel in die Welt des Demenzpatienten gibt. Einen Zugang. Einen Weg zurück. Oder einen nach vorne?

Marlène Greising unterstützt diese Angehörigen bei der Suche nach dem Schlüssel. Sie gibt Mut, bietet Halt und hilft mit sehr konkreten Ratschlägen. Seit Anfang 2012 leitet Greising für den ASB in Kooperation mit dem Katholischen Frauenbund Immenstadt die Immenstädter Kontaktstelle der Demenzhilfe Allgäu. Die Kontaktstellen bilden ein flächendeckendes und wohnortnahes Netz zur Unterstützung von Demenzbetroffenen und deren Angehörigen.

Die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz erfordert häufig rund um die Uhr die Aufmerksamkeit der Angehörigen. Dies kann zu enormen gesundheitlichen Belastungen bis hin zum Verlust wichtiger sozialer Kontakte führen. Neben der Beratung geht es der ASB-Kontaktstelle daher auch um eine ganz konkrete Entlastung der Angehörigen: Marlène Greising vermittelt ehrenamtliche Helfer, die Demenzbetroffene stundenweise betreuen und im Alltag begleiten. Der Einsatz der Begleiter kostet 10 Euro in der Stunde, kann aber in vielen Fällen über die Pflegekasse abgerechnet werden.

Die geschulten Mitarbeiter können dabei auf unterschiedliche aktivierende Ansätze, Methoden und tagesstrukturierende Maßnahmen zugreifen.

  • Biografiearbeit (Lebensgeschichte, ehemaliger Beruf, Hobbies, Instrument spielen, Fotoalben, Konfession)
  • Erlebnistraining im Rahmen der Erinnerungsarbeit (alte Filme anschauen, Lieblingsbücher und Gedichte rezitieren, erinnerungsaktivierende Gegenstände nutzen)
  • Teilhaben am gesellschaftlichen Leben, wie Kino und Theaterbesuche
  • Gedächtnistraining mit speziellen Methoden und Spielen, Training der Konzentration, Kommunikation, Tageszeitung lesen, Gespräche über Tagesgeschehen, Validierung
  • Bewegungstherapie
  • Training von verlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten, zum Beispiel Feinmotorik trainieren mit Hilfe von Gegenständen
  • Musikaktivierung, kreatives Gestalten